Selbst Jeff Bezos ist skeptisch, ob der E-Autobauer Rivian seinen ambitionierten Zeitplan halten kann. Anleger fragen sich nach dem Mega-IPO, ob die 127-Milliarden-Dollar-Bewertung von Rivian wirklich gerechtfertigt ist.

Noch nicht mal eine Woche ist der Börsengang des Elektro-Pick-up-Herstellers Rivian an der Nasdaq her. Trotzdem verzeichnete die Rivian-Aktie schon erhebliche Kursgewinne: Gegenüber dem Ausgabepreis legte das Papier bisher um mehr als 91 Prozent zu!

Der Ausgabepreis hatte noch bei 78 US-Dollar gelegen. Doch schon der Erstkurs lag bei 106,75 US-Dollar – Ein Plus von fast 37 Prozent. Innerhalb von sechs Tagen gewann die Rivian-Aktie dann nochmal fast 40 Prozent hinzu. Den gestrigen Handelstag an der Nasdaq schloss das Papier bei einem Kurs von 149,36 US-Dollar ab (Stand: 15.11.2021, 02:00 Uhr).

Der IPO von Rivian war das größte US-Debüt seit dem Börsengang von Facebook. Die Marktkapitalisierung von Rivian liegt derzeit bei unglaublichen 127 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Der US-Autobauer General Motors kommt derzeit nur auf einen Marktwert von rund 91 Milliarden US-Dollar. Ford, das mit dem F-150 Lightning ebenfalls einen Elektro-Pick-up im Programm hat, kommt sogar nur auf eine Marktkapitalisierung von rund 78 Milliarden US-Dollar

Ist eine 127-Milliarden-Dollar-Bewertung für ein Unternehmen, das bis zum 22.Oktober 2021 56 Elektro-Pick-ups der Modellreihe R1T produziert und nur 42 ausgeliefert hat, wirklich gerechtfertigt? Die Auslieferungszahlen gehen aus dem bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Form S-1 Filing von Rivian hervor.

Aktienexperte und Börsenbuchautor** Uwe Sander will die Rivan-Aktie in sein Depot "derzeit sicher nicht aufnehmen: Zwar investiere ich gerne in gute Ideen, aber eben nicht um jeden Preis!"

Zwar wirke der IPO von Rivian spannend, da Pick-ups in den USA sehr gefragt seien. "Auch die Beteiligung von Amazon an Rivian klingt vielversprechend". Doch Sander fehlt die langfristige Perspektive bei Rivian: "Wieso sollen nicht die großen US-Pick-up-Hersteller wie Ford oder Chevrolet künftig erfolgreich E-Pick-ups verkaufen? ". Tesla habe einen gewaltigen Vorsprung bei der E-Mobilität. Rivian nicht.

Selbst der ehemalige Amazon-Chef Jeff Bezos scheint bei Rivian skeptisch zu sein, schreibt Handelsblatt-Redakteur Thomas Jahn. Bezos lobte zwar kürzlich Rivian-Boss RJ Scaringe als "einer der großartigsten Unternehmer, denen ich jemals begegnet bin". Allerdings schränkte er ein: "Nun, RJ, wo sind unsere Lieferfahrzeuge?!“.

Amazon hat bei Rivian 100.000 Elektro-Lieferwagen bestellt, die bis 2030 ausgeliefert werden sollen. Bereits im kommenden Jahr sollen 10.000 Fahrzeuge an Amazon ausgeliefert werden. Zu den größten Investoren von Rivian zählen Amazon und Ford. 2020 hat Rivian einen Verlust von rund einer Milliarde US-Dollar geschrieben.

Autor: Ferdinand Hammer, wallstreet:online Zentralredaktion

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