Brasilianische Aktien waren in diesem Jahr die Überraschungsstars am Markt. Die Preise für die Rohstoffexporte des Landes schnellten in die Höhe. Goldman Sachs sieht fünf Aktien weit vorn.

Nach Jahren der Underperformance gehören brasilianische Aktien im Jahr 2022 zu den Superstars. Der börsengehandelte Fonds iShares MSCI Brazil ist seit dem 1. Januar um über 17 Prozent gestiegen, während die weltweiten Schwellenmärkte knapp neun Prozent verloren haben.

Der Bovespa, die Benchmark für den brasilianischen Aktienmarkt, hat 2022 bisher rund 0,5 Prozent zugelegt. Die Performance sticht in der aktuellen Marktkorrektur heraus. Zum Vergleich: der S&P 500 hat rund 18 Prozent verloren.

Anleger setzen darauf, dass Lateinamerika die durch den Krieg in der Ukraine entstandene Lücke im globalen Rohstoffsektor füllen kann. Durch dieses Potenzial für einen Wirtschaftsboom in Lateinamerika – mit Brasilien als größtem Markt – hat Goldman Sachs mehrere Aktien benannt, die sich in Zukunft gut entwickeln könnten. Folgende Titel werden von den Goldmännern als "Kauf" eingestuft:

Der Lebensmittelverarbeiter JBS wurde aufgrund seines Engagements in den USA in die Liste von Goldman aufgenommen: 86 Prozent des konsolidierten Ebitda stammen aus dem US-Markt. Die Nachfrage nach Fleisch in den USA sei robust. Die in den USA notierten Aktien von JBS sind im bisherigen Jahresverlauf um 16 Prozent gestiegen.

Goldman Sachs bezeichnet die E-Commerce-Plattform Vtex als ihren "wichtigsten brasilianischen [Technologie-, Medien- und Telekommunikations-] Tipp für ein Inflationsszenario" und verweist auf die starke Umsatzwachstumsprognose für das Jahr und die Verbesserung der Margen. Die Vtex-Aktien gehören bisher zu den Verlierern des brasilianischen Marktes. Die Titel sind um über 56 Prozent gefallen.

Der Bildungsdienstleister Arco Platform "kombiniert ein defensives Profil, sich verbessernde Ergebnisse und eine attraktive Bewertung", so Goldman. Arco stelle für die Analysten den wichtigsten brasilianischen Bildungstipp für ein inflationäres Umfeld dar. Die in den USA börsennotierten Aktien des Unternehmens sind im Jahresverlauf um etwa 25 Prozent gefallen.

Petrobras wurde von Goldman Sachs unter anderem wegen seiner Abhängigkeit von höheren Ölpreisen und einer geschätzten Dividendenrendite von 21 Prozent im Jahr 2022 in die Liste aufgenommen: "PBR hat sich an den internationalen Kraftstoffpreisen orientiert und profitiert somit von den höheren Ölpreisen und Crack-Spreads." Ein Crack Spread ist der Gesamtpreisunterschied zwischen einem Barrel Rohöl und den daraus raffinierten Erdölprodukten.

Die in den USA gehandelten Aktien von Petrobras haben in diesem Jahr einen Höhenflug hingelegt und sind um rund 36 Prozent gestiegen.

Die Banco do Brasil wird von den Goldman-Analysten unter anderem wegen ihrer niedrigen Bewertung im Vergleich zu anderen Unternehmen in diesem Bereich hervorgehoben. Die in den USA börsennotierten Titel sind im Jahr 2022 um rund 29 Prozent gestiegen.

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion


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