Wie lange hält der Crash? Das ist eine wirklich gute Frage. Je nachdem, wen man fragt, gibt es Kursziele, Zeiträume oder fundamentale Veränderungen. Oder auch andere Dinge, die ein Kontra-Indikator sein können.

Ein Analyst oder eher Wissenschaftler, der sich offenbar mit der Börsenpsychologie beschäftigt, hat einen wirklich ungewöhnlichen Kontra-Indikator. Blicken wir darauf, wann für ihn der Crash endet.

Der Crash ist zu Ende, wenn …

Dennis Gartman, der Chairman der University of Akron Endowment, hat sich nun jedenfalls zu seiner Einschätzung geäußert. Der US-Markt sei demnach in einer Korrektur oder in einem Crash, solange es einen Abverkauf von 5 % bis 6 % an einem einzelnen Handelstag gebe. Oder eine solche Abwärtsdynamik an zwei, drei Tagen in Folge. Das klingt nach einem merkwürdigen Kontra-Indikator? Zugegeben: Ja! Aber die Begründung des Wissenschaftlers lässt durchaus aufhorchen.

Für Gartman ist eine solche Performance die finale Resignation. Die Investoren, die im Moment noch konsequent den Dip kaufen würden, resignierten bei einer solchen Performance. Wenn es zwei, drei Tage einen mittleren, einstelligen Prozentwert als Abverkauf gäbe, so wäre das ein Zeichen für den Höhepunkt im Abverkauf. Die letzte Hoffnung ist quasi ausgepreist und in der Folge könne sich der Markt auf die langfristigen Perspektiven konzentrieren.

Ob der Crash dann vorbei ist, das ist natürlich von anderen Faktoren abhängig. Oder auch vom Faktor Zeit. Der Herausgeber des Gartman Letters hat jedoch auch einen anderen Tipp bereit: Es sei clever, jetzt im Idealfall die eigenen Verluste im Crash zu begrenzen. Wer jetzt am wenigsten verliert, der gehöre in der kommenden Rallye zu den Gewinnern.

Eine interessante Perspektive

Im Endeffekt weiß natürlich keiner, wann der Crash endet. Gartman skizziert jedoch psychologisch einen möglichen Kontra-Punkt. Wenn die Verzweiflung am größten ist und es einen Squeeze-out bei den jetzt noch leicht optimistischen Investoren gab, kann das der Fall sein.

Trotzdem sind zwei Dinge relevante Fragen. Zum Einen, ob es überhaupt so kommt. Möglich erscheint schließlich auch, dass es noch über Wochen und Monate einfach moderat bergab geht. Die finale Resignation kann auch in kleineren Etappen erfolgen. Zum anderen, ob einzelne Verkäufe im mittleren einstelligen Prozentbereich wirklich der Wendepunkt sind. Vielleicht sind sie auch vorläufig.

Der Artikel „Der Crash ist zu Ende, wenn …“ ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst (CMFMrClock)


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