ETFs können vieles sein. Je nach Ausrichtung eine Chance oder auch ein größeres, volatileres Risiko. Im Endeffekt ist es natürlich der Inhalt, der vorgibt, was man als ETF-Investor erwarten kann. Gerade in kostengünstigen Indexfonds sehen die meisten Investoren jedoch eher die Chance als das Risiko. Der passive Vermögensaufbau boomt.

Allerdings gibt es immer auch Kritiker und in Teilen auch zu Recht. Wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten. Erst kürzlich bin ich allerdings mal wieder über eine Schlagzeile gestolpert, die sinngemäß gesagt hat: ETFs sind gefährlich. Huiii. Zeit für einen Foolishen Fakten-Check, bei dem wir dieser These einmal auf den Grund gehen wollen.

ETFs sind gefährlich: Darum!

Bevor wir jedoch an die inhaltliche Bewertung gehen, werfen wir zunächst einen Blick auf gängige Thesen, die ETF-Kritiker generell anführen. Beziehungsweise, die auch im Rahmen dieses Artikels diskutiert worden sind. Das sind in der Quintessenz und von mir ein wenig aufbereitet die Gründe, weshalb ETFs gefährlich sind:

  1. Keinen Einfluss: Ein erstes Argument ist, dass ETF-Investoren eine schwache Unternehmensführung ignorieren würden. Der passive Ansatz ermögliche es Geschäftsführern, zu schalten und walten, wie sie wollen. Ohne dass man als Indexfonds-Anleger davon etwas mitbekäme. Trotzdem schlägt sich das auf die Performance nieder.
  2. Alles wird passiv: Außerdem würde durch ETFs alles passiv werden. Der eigene Ansatz. Die Rendite. Ja, sogar der Anreiz würde fehlen. Im Endeffekt gibt es kein weiteres Zutun, sondern lediglich eine marktübliche Rendite. Wettkampf oder den Markt zu schlagen ist nicht das Kalkül. Irgendwie schwingt für mich das Wörtchen Langeweile dabei mit. Auch wenn das kein einziges Mal gefallen ist.
  3. ETFs als Performance-Bremse: Ein viertes Argument besagt, dass ETFs die Performance ausbremsen. Als Investor erhält man lediglich eine marktübliche Rendite abseits der Gebühren. Verzeih mir den Kommentar: Aber eigentlich ist es genau der Kompromiss, auf den man sich als Investor einlässt.
  4. Fondsmanager sind besser: Zudem würden Fondsmanager häufig bessere Resultate erzielen, da sie aktiv in die Märkte eingreifen. Auch in Krisenzeiten können sie besser agieren und das Risiko im Vorfeld minimieren. Sowie Chancen bei günstigeren Zeitpunkten effektiver nutzen.
  5. Schutzlos ausgeliefert: Zu guter Letzt und ganz wesentlich: Als ETF-Investor sei man außerdem den Märkten schutzlos ausgeliefert. Das führe eben nicht nur zu einer marktüblichen Rendite, sondern auch zu einem marktbreiten Crash! Wow, das hat es wirklich in sich … oder?

Uff, eine ganze Palette. Jetzt gilt es jedoch nachzulegen.

Das denken Foolishe Investoren

Es gibt natürlich auch eine ganz andere Sichtweise zu diesen Argumenten. Hier ist jedenfalls, was ich einer solchen Kritik entgegensetzen würde:

  1. Keinen Einfluss: Sagen wir es so, die Einflussnahme von Privatinvestoren ist begrenzt. Zudem besitzen Vermögensverwalter in der Regel Einfluss, den sie gebündelt in Teilen besser nutzen können. Das heißt, man kann die Vision mit dem ETF-Manager überprüfen. Gerade viele Passivfonds-Manager sind in Teilen für nachhaltige Denkweisen bekannt.
  2. Passiver Ansatz: Alles wird passiv? Ja, Mensch! Natürlich wird alles passiv. Das ist ja auch der Sinn hinter ETFs. Natürlich gibt es dadurch keine Anreize mehr. Aber, positiv ausgedrückt: Auch keinen Aufwand. Das ist für viele Anreiz genug, sich auf einen solchen soliden Kompromiss einzulassen.
  3. Performance-Bremse: Sind ETFs eine Performance-Bremse? In gewisser Weise natürlich schon. Wie gesagt, man wird niemals eine Rendite über der des Vergleichsmarktes erreichen. Allerdings: Viele Investoren schaffen das generell nicht. Deshalb ist es häufig von Vorteil und nur effizient, passiv zu bleiben und einfach dem Markt zu folgen.
  4. Fondsmanager sind besser: Ach, wirklich? Auch in Summe? Sagen wir es einfach so und möglichst kompromissorientiert. Es gibt natürlich Fondsmanager, die langfristig bessere Resultate erzielen. Oder auch kurzfristig. Wie iShares (möglicherweise nicht ganz uneigennützig) jedoch herausgestellt hat, schlagen lediglich 5,14 % der Aktivfondsmanager über einen Zeitraum von drei Jahren den Vergleichsindex. Ich denke, das spricht für sich.
  5. Schutzlos ausgeliefert: Natürlich ist man als ETF-Investor dem breiten Markt ein wenig schutzlos ausgeliefert. Allerdings ist man das auch bei Einzelaktien und Aktivfonds. Machen wir uns nix vor: Die meisten werden von einem Crash gigantisch überrascht. Wer sich mit den Chancen und Risiken von ETFs auseinandersetzt, der weiß, wie man damit umgehen muss. Buy-and-Hold wird jedenfalls jede Korrektur langfristig wieder ausbügeln.

ETFs sind nicht gefährlich!

Im Endeffekt können wir daher sagen: Für jedes Argument, dass ETFs gefährlich sind, gibt es auch eine gegenteilige Sichtweise. ETFs sind letztlich ein Kompromiss, der auch zur Volatilität neigen kann. Langfristig dürften jedoch die Chancen überwiegen. Davon sollte man sich nicht abbringen lassen.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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