LONDON (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt einem Pressebericht zufolge ihr riesiges Corona-Wertpapierkaufprogramm PEPP untersuchen. Dabei gehe es um die wirtschaftlichen Auswirkungen des 1,35 Billionen Euro schweren Programms, berichtete die britische Wirtschaftszeitung "Financial Times" (FT) am Montag auf ihrer Internetseite. Zudem werde geprüft, wie lange das Programm noch laufen solle und ob ein Teil seiner Flexibilität in die herkömmlichen EZB-Anleihekäufe (APP) übernommen werden könne. Die "FT" will ihre Informationen von zwei namentlich nicht genannten EZB-Ratsmigliedern erhalten haben. Demnach soll das Thema auf der nächsten Zinssitzung besprochen werden.

Die EZB hatte PEPP im März gestartet, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern. Um sich dabei mehr Spielraum zu verschaffen, hat sie einige der Regeln, die für ihre herkömmlichen Anleihekäufe gelten, abgeschwächt. Dazu gehört die Beschränkung, nur ein Drittel der Staatsanleihen eines Landes zu kaufen oder die Anleihekäufe streng nach dem Länderanteil am EZB-Kapital (Kapitalschlüssel) vorzunehmen.

Nach wie vor sind die grundsätzlichen Einwände gegen großangelegte Wertpapierkäufe der Notenbank vor allem in Nordeuropa hoch. Im Zuge der Corona-Pandemie sind die Einwände aufgrund der hohen wirtschaftlichen Herausforderungen zwar etwas leiser geworden. Dennoch besteht etwa Bundesbankpräsident Jens Weidmann darauf, dass die außergewöhnlichen Maßnahmen der EZB nach der Krise zurückgefahren werden./bgf/jha/