Der Angriff auf das ukrainische Atomkraftwerk in Saporischschja sorgt für neue Verunsicherung an den Märkten. Aus Angst vor Versorgungsengpässen steigen die Rohstoffpreise so stark wie seit fast 50 Jahren nicht mehr.

Die Ukraine teilte der Internationalen Atomenergiebehörde mit, dass sich die Strahlungswerte nicht verändert hätten. Russische Truppen haben das Gelände des größten europäischen Kernkraftwerks besetzt.

Die Preise von Rohöl über Aluminium bis hin zu Weizen stiegen daraufhin sprunghaft an. Der S&P GSCI-Index, ein breit gefächertes Barometer für die Preise globaler Rohstoffe, verzeichnete in dieser Woche den stärksten Anstieg seit 1974, wie Bloomberg berichtet. Er ist nun auf dem höchsten Stand seit 2008.

Die Furcht vor Lieferengpässen treibt vor allem die Ölpreise in die Höhe. Händler meiden russisches Öl. Der Wettlauf um alternative Lieferungen hat zu einem Preisanstieg von fast 20 Prozent diese Woche geführt. Am Donnerstag wurden erneut mehrjährige Höchststände erreicht. Brent notierte bei fast 120 US-Dollar, WTI bei rund 116 US-Dollar. Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht die globale Energiesicherheit gefährdet. Nach Angaben von JPMorgan könnte der Weltmarktpreis für Brent zum Jahresende bei 185 US-Dollar pro Barrel liegen.

In Europa stiegen die Großhandelspreise für Erdgas auf fast 200 Euro pro Megawattstunde, während die Preise für die in Kraftwerken verwendete Kraftwerkskohle auf über 400 US-Dollar pro Tonne kletterten. Diese massiven Zuwächse werden die Inflation weiter befeuern und die Lebenshaltungskosten weltweit in die Höhe treiben.

"Steigende Rohstoffpreise bereiten dem Markt große Sorgen und schüren Ängste vor einer Stagflation", so Fiona Cincotta, leitende Finanzmarktanalystin bei City Index, gegenüber Bloomberg. "Der wirtschaftliche Knackpunkt in diesem Krieg sind die Rohstoffpreise. Höhere Energiepreise, langsameres Wachstum und steigende Inflation sind keine guten Aussichten".

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion


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