WIEN (dpa-AFX) - Die Ölproduktionsländer der Gruppierung Opec+ beraten am Donnerstag vor dem Hintergrund des angekündigten EU-Embargos auf russisches Öl über ihre künftige Förderpolitik. Vor der Online-Sitzung der Allianz gab es keine Anzeichen, dass die bisherige Strategie der vorsichtigen monatlichen Produktionsausweitungen aufgegeben wird, um russische Ausfälle auszugleichen. Laut Analysten ist vorgesehen, die tägliche Fördermenge der Opec+ im Juni erneut um 432 000 Barrel (1 Barrel 159 Liter) zu erhöhen.

Im Rahmen der Opec+ kooperiert die von Saudi-Arabien dominierte Organisation erdölexportierender Länder (Opec) mit einer von Russland angeführten Gruppe von Partnerländern. Opec-Generalsekretär Mohammad Sanusi Barkindo ließ am Mittwoch keine Zweifel, dass seine Organisation trotz der russischen Invasion in die Ukraine hinter der Allianz steht. Die Zusammenarbeit, wie sie in der Opec+ gepflegt werde, "sichert die ungestörte, stabile und sichere Energieversorgung für die ganze Welt", sagte er in Wien.

Laut dem am Mittwoch präsentierten Vorschlag der EU-Kommission soll die Einfuhr von russischem Rohöl innerhalb von sechs Monaten auslaufen, der Import von Erdölprodukten innerhalb von acht Monaten./al/DP/ngu