NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Donnerstag erneut einjährige Höchstmarken erreicht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete in der Spitze 67,70 Dollar, der Preis für amerikanisches Erdöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) stieg bis auf 63,79 Dollar. Das waren jeweils die höchsten Preise seit Anfang 2020.

Im Vergleich zu den vergangenen Handelstagen hat sich das Tempo des Preisanstieg aber verlangsamt. Nach den Höchstständen am Morgen mussten die Notierungen einen Teil der frühen Gewinne abgeben. Im Mittagshandel konnten die Ölpreise kaum noch zulegen. Ein Fass Brent-Öl wurde zuletzt für 67,16 Dollar gehandelt und damit zwölf Cent höher als am Vortag. Der Preis für ein Barrel WTI stieg um elf Cent 63,33 Dollar.

An den Gründen für die steigenden Ölpreise hat sich in den vergangenen Tagen wenig geändert. Auf der Nachfrageseite treibt die Hoffnung auf konjunkturelle Besserung, gestützt durch Fortschritte bei den Corona-Impfungen und die Aussicht auf weniger Beschränkungen des öffentlichen Lebens.

"Der Optimismus der Finanzmarktteilnehmer ist zurück und damit auch der hohe Anlegerappetit an den Rohstoffmärkten", kommentierte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank das jüngste Handelsgeschehen. Er verwies außerdem auf jüngste Aussagen des Präsidenten der US-Notenbank Fed, Jerome Powell. Der hatte bei einer Anhörung im US-Kongress noch viele Jahre mit einer ultralockeren Geldpolitik in Aussicht gestellt.

Außerdem werden die Ölpreise durch die begrenzte Förderung große Anbieter wie Saudi-Arabien gestützt. Hinzu kamen am Mittwoch Erdöldaten aus den USA, die eine deutlich verminderte Produktion ergaben. Grund dürfte vor allem der jüngste Wintereinbruch mit extrem niedrigen Temperaturen gewesen sein, der schwere Folgen für den Energie- und Ölsektor hatte./jkr/jsl/stk