NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Dienstag den zweiten Tag in Folge gefallen. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 71,21 US-Dollar. Das waren 28 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 27 Cent auf 68,96 Dollar.

Noch zu Wochenbeginn hatten die Erdölpreise mehrjährige Höchststände markiert. WTI kostete erstmals seit Oktober 2018 wieder 70 Dollar, der Brent-Preis war mit mehr als 72 Dollar auf ein Zweijahreshoch gestiegen. Seither ging es aber moderat bergab.

An den wesentlichen Preistreibern hat sich in den vergangenen Wochen wenig geändert. Für Zuversicht sorgen die Corona-Impfkampagnen in vielen Ländern und die weniger angespannte Virus-Lage in den USA, China und Europa. Begrenzt werden die Preissteigerungen durch die angespannte Corona-Situation in großen Verbrauchsländern wie Indien.

Die Rohstoffexperten der Commerzbank bewerten das fundamentale Umfeld am Ölmarkt als gut. Die Kraftstoffnachfrage erhole sich nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Grund sei der Wegfall von Corona-Beschränkungen.

Auf der Angebotsseite mache sich jedoch Ernüchterung breit, da die erwartete Rückkehr der iranischen Ölexporte wohl länger auf sich warten lasse. Hintergrund sind die stockenden Verhandlungen über das iranische Atomprogramm. Im Fall einer Einigung winken dem Iran weniger Sanktionen./bgf/jsl/fba