Singapur (dpa) - Die Ölpreise haben am Dienstag trotz einer am Wochenende angestoßenen Debatte über Produktionskürzungen nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 69,40 US-Dollar. Das waren 72 Cent weniger als am Montag.

Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 78 Cent auf 59,15 Dollar. Die Ankündigung des Öl-Giganten Saudi-Arabien, seine Ölausfuhren im Dezember zu reduzieren, sowie dessen Forderung weitergehender Produktionskürzungen sind auf Widerspruch von US-Präsident Donald Trump gestoßen. Am Montagabend drückte Trump über den Nachrichtendienst Twitter seine Hoffnung aus, dass Saudi-Arabien seine Produktion nicht kürzen werde. «Die Ölpreise sollten angesichts des Angebots viel niedriger sein!», twitterte der Präsident.

Am Wochenende und zum Wochenauftakt hatten Saudi-Arabien, das von ihm faktisch geführte Ölkartell Opec sowie weitere große Förderer zwiespältige Signale ausgesendet. Während Saudi-Arabien eine Produktionskürzung um eine Million Barrel je Tag ins Gespräch brachte, äußerte sich der zweite Öl-Riese Russland wesentlich zurückhaltender. Ob der Opec-Plus-Verbund, zu dem neben der Opec auch andere Förderer wie Russland gehören, seine Förderung im nächsten Jahr tatsächlich zurückfahrt, ist daher ungewiss.