NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Mittwoch vor einer Entscheidung des Erdölverbunds Opec+ über die kurzfristige Förderpolitik etwas zugelegt. Gegen Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Lieferung im November 71,78 US-Dollar. Das waren 15 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Lieferung im Oktober stieg um zwölf Cent auf 68,62 Dollar.

Im Verlauf des Tages steht eine Entscheidung des Ölverbunds Opec+ über die Förderpolitik im Oktober auf dem Programm. Es wird erwartet, dass die tägliche Förderung um weitere 400 000 Barrel angehoben wird. Die Opec+ setzt sich aus den Mitgliedsstaaten des Ölkartell Opec und weiteren größeren Förderländern zusammen, darunter Russland.

Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank verwies darüber hinaus auf Aussagen eines Expertengremiums der Opec+. Demnach sei in den kommenden Monaten mit einem Defizit beim Angebot auf dem Weltmarkt von 900 000 Barrel pro Tag zu rechnen.

Zuletzt hatte die angespanntere Corona-Lage für Unsicherheit am Ölmarkt gesorgt. Die rasche Ausbreitung der Delta-Variante könnte die Ölnachfrage belasten, soweit erneut scharfe Beschränkungen des öffentlichen Lebens ergriffen werden. Allerdings hatte mit China ein wichtiger Ölimporteur jüngste Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nach vergleichsweise kurzer Zeit wieder gelockert./jkr/bgf/zb