NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Nach einer heftigen Berg- und Talfahrt am Dienstag sind die Ölpreise zur Wochenmitte spürbar gestiegen. Beobachter nannten die allgemein bessere Stimmung an den Finanzmärkten als Grund, die sich auch am Ölmarkt bemerkbar mache. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Mittwochmittag 75,65 US-Dollar. Das waren 1,12 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,20 Dollar auf 74,57 Dollar.

Am Dienstag waren die Rohölpreise zunächst auf mehrjährige Höchststände gestiegen, hatten danach aber kräftig nachgegeben. Auslöser des Auf und Abs war, dass sich der mächtige Ölverbund Opec+ nicht auf eine Förderstrategie für das zweite Halbjahr einigen konnte. Eine angepeilte Förderausweitung wurde aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen dem Ölgiganten Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten abgeblasen.

Ein Grund für die erratische Preisbewegung ist, dass die Folgen des Disputs nicht klar sind. Einerseits könnte das Rohölangebot künftig zu gering ausfallen, um die wachsende Nachfrage zu bedienen. Andererseits ist vorstellbar, dass der Ölverbund Opec+ Schaden nimmt und sich einzelne Länder gar nicht mehr an die gemeinsame Strategie einer gedeckelten Förderung halten. In diesem Fall könnte das Angebot deutlich steigen.

Saudi-Arabien hatte bereits am Dienstag seine Verkaufspreise für einige seiner Kunden angehoben. Damit habe das Land seine Bereitschaft signalisiert, an dem Abkommen der Opec+ festzuhalten, kommentierten die Rohstoffexperten der Commerzbank. "Doch einige Länder der Allianz würden ihre Produktion lieber so schnell wie möglich erhöhen, auch auf Kosten der anderen."/bgf/stk