NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Montag zugelegt. Für etwas Auftrieb sorgte ein Cyberangriff auf eine wichtige Pipeline für Benzin und andere Ölprodukte in den USA. Gegen Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 68,72 US-Dollar. Das waren 44 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 33 Cent auf 65,23 Dollar.

Nach einem Cyberangriff vom vergangenen Freitag ist der Betrieb einer der größten Benzin-Pipelines in den USA weiterhin vorübergehend eingestellt. Es sei Erpressungs-Software im Spiel gewesen, teilte der Betreiber Colonial Pipeline in der Nacht zum Sonntag mit. Bei solchen Attacken werden Daten auf Computern verschlüsselt, die Angreifer verlangen meist Lösegeld für die Freigabe. Das Unternehmen arbeitet daran, zum Normalbetrieb zurückzukehren.

Die Pipeline verbindet hauptsächlich an der Küste am Golf von Mexiko liegende Raffinerien mit dem Süden und Osten der USA. Transportiert werden unter anderem Benzin, Dieselkraftstoff und Heizöl, pro Tag um die 2,5 Millionen Barrel. Das Unternehmen transportiere etwa 45 Prozent aller an der Ostküste verbrauchten Kraftstoffe und beliefere mehr als 50 Millionen Amerikaner.

Experten befürchten bei einer längerfristigen Unterbrechung gravierende Folgen. Dies hätte weitreichende Auswirkungen auf den Ölmarkt nicht nur in den USA, auch in Europa, sagte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Seiner Einschätzung nach dürfte die US-Ostküste die fehlenden Mengen Benzin auch in Europa nachfragen./jkr/jsl/jha/