BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts des Ukraine-Kriegs ist eine knappe Mehrheit der Bevölkerung einer Umfrage zufolge dagegen, dass Deutschland weiter Öl und Gas aus Russland bezieht. Laut dem ZDF-"Politbarometer" sind 55 Prozent für einen Importstopp, selbst wenn dann in Deutschland Versorgungsprobleme auftreten würden. 39 Prozent sind dagegen, 6 Prozent machten keine Angaben, wie aus der am Freitag veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen hervorgeht. Deutschland bezieht einen großen Teil seiner Gas- und Erdölimporte aus Russland. Wegen des Ukraine-Krieges in der Ukraine wird über einen Importstopp diskutiert.

Mehrheitlich unterstützt wird ein solches Embargo von 62 Prozent der SPD-Anhängerschaft, 56 Prozent sind es bei CDU/CSU. Bei den Grünen-Wählern zeigten 73 Prozent Zustimmung. Die meisten Anhänger und Anhängerinnen von FDP (57 Prozent), AfD (78 Prozent) und Linke (65 Prozent) hingegen wollen, dass Deutschland weiterhin Gas und Öl aus Russland bezieht.

Die Umfrage ergab auch, dass eine Mehrheit hinter den Wirtschaftssanktionen gegen Russland steht. Die wirtschaftlichen Strafmaßnahmen, die die westlichen Staaten gegen Russland verhängt haben und die auch in Deutschland zu Nachteilen führen können, halten 47 Prozent für gerade richtig. Für weitere 38 Prozent gehen die Sanktionen nicht weit genug und lediglich 11 Prozent sind der Meinung, diese Maßnahmen seien übertrieben.

Zudem finden es 67 Prozent richtig, dass Deutschland der Ukraine Waffen geliefert hat - 29 Prozent halten das für falsch. Außerdem ergab sich aus der Befragung, dass 75 Prozent der Befragten Sorge vor einem noch größeren Krieg in Europa haben. 24 Prozent befürchten das nicht. Dass der russische Präsident Putin auch Atomwaffen einsetzen könnte, bereitet 67 Prozent Sorgen - 31 Prozent sehen diese Gefahr nicht./ddb/DP/jha