WIESBADEN/BERLIN (dpa-AFX) - Die Corona-Krise zwingt die deutsche Wirtschaft in die Knie. Volkswirte sind sich einig: Europas größte Volkswirtschaft steuert auf die tiefste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg zu. Auch die "Wirtschaftsweisen", die die Bundesregierung beraten, müssen ihre Ende März vorgelegte Prognose nach unten korrigieren. An diesem Dienstag (12.00 Uhr) veröffentlicht der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung seine überarbeiteten Schätzungen für 2020 und 2021.

Der Vorsitzende des fünfköpfigen Gremiums, Lars Feld, hatte jüngst gesagt: "Wir haben in diesem Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zu erwarten, der voraussichtlich zwischen minus 6 Prozent und minus 7 Prozent liegen wird." Ende März hatte der Sachverständigenrat drei Szenarien vorgelegt, wonach die deutsche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr im günstigsten Fall um 2,8 Prozent sinken würde und bei einer negativeren Entwicklung um 5,4 Prozent.

Mittlerweile erwarten verschiedene Ökonomen, Institute und Verbände ein Minus zwischen 7 und 10 Prozent in diesem Jahr. In der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 war das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der größten Volkswirtschaft Europas um 5,7 Prozent zurückgegangen. Viele Experten gehen davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft bereits im kommenden Jahr wieder erholen wird - auch, weil der Staat milliardenschwere Hilfspakete geschnürt hat./ben/DP/nas