Die Ölpreise waren dieses Jahr wahnsinnig volatil. West Texas Intermediate, der primäre U.S. Ölrichtwert, begann 2020 bei etwa 65 US-Dollar pro Barrel. Im April stürzte der Preis jedoch in den negativen Bereich, als die steigenden Bestände mit der extrem niedrigen Nachfrage kollidierten, was dazu führte, dass sich die Öllagerterminals bis zum Rand füllten. WTI hat sich seitdem von diesen Tiefstständen erholt und ist vor kurzem auf etwa 35 US-Dollar angestiegen.

Viele Beobachter des Ölmarktes glauben, dass hier noch mehr Schwierigkeiten warten könnten. Das führt dazu, dass sich Spekulanten in Öl-ETFs wie dem US Oil Fund (WKN:A0JK5L) und dem ProShares Ultra Bloomberg Crude Oil (WKN:A2DJX4) tummeln. Es gibt jedoch ein Risiko, das dies zum Scheitern bringen könnte.

Der Bullenfall für Ölpreis-ETFs

Der Hauptgrund, warum Spekulanten Aktien von Öl-ETFs wie USO und UCO kaufen, ist, dass diese Vehikel versuchen, die Preisbewegungen des Öls zu verfolgen. Das erklärte Ziel des USO ist es, die täglichen Preisbewegungen von WTI zu verfolgen. Wenn sich WTI also um 10 % erholt, sollte dieser ETF ungefähr um dieses Niveau steigen. Der ProShares Ultra Bloomberg Crude Oil ETF sollte sich hingegen um das Zweifache der täglichen Performance des Bloomberg WTI Crude Oil Subindex bewegen. Wenn sich WTI also um 10 % erhöht, sollten die UCO-Aktien um 20 % steigen.

Händler, die diese ETFs kaufen, haben sich in die These eingekauft, dass die Ölpreise viel mehr Potenzial haben. Diese Ansicht wird durch die Erwartung genährt, dass die Ölnachfrage wieder stark ansteigen wird. Mehrere Faktoren stützen diese Annahme. Zum Beispiel glauben Analysten, dass der Benzinverbrauch in den USA diesen Sommer ein Rekordniveau erreichen könnte. Der Grund für diese Prognose ist der Glaube, dass die Menschen weniger bereit sind, mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Fluglinien zu reisen. Stattdessen werden sie überall hinfahren, auch zu den Stränden, Seen und Parks.

Dieser erwartete Anstieg der Nachfrage kommt zu einer Zeit, in der die OPEC und mehrere Nichtmitgliedsstaaten ein historisches Abkommen zur Reduzierung der Fördermengen geschlossen haben. Hinzu kommt, dass die US-Bohrer ihre Förder- und Bohrbemühungen reduziert haben, was die Ölversorgung des Landes unter Kontrolle halten sollte. Da die Nachfrage steigt und das Angebot zurückgedrosselt wird, könnten die Ölpreise in diesem Jahr weiter ansteigen, was den Käufern von Ölpreis-ETFs große Gewinne einbringen würde.

Die eine Sache, die den ganzen Handel ruinieren könnte

Mehrere Ölproduzenten sehen jedoch die jüngste Rallye der Ölpreise als Chance. Zum Beispiel sagte der führende U.S. Produzent EOG Resources (WKN:877961) kürzlich, dass er plant, Bohrlöcher wieder in Betrieb zu nehmen, die er als Folge des Preiseinbruchs Anfang des Jahres stillgelegt hat. EOG Resources sagte auch, dass es erwartet, die “Produktion in der zweiten Hälfte des Jahres so zu beschleunigen, dass wir eine Preiserholung sehen”. Andere Bohrer starten ebenfalls ihre stillgelegten Bohrlöcher wieder und erwägen die Wiederaufnahme der Bohrbemühungen.

Das Risiko dabei ist, dass die Industrie sich selbst überholen könnte. Die Ölnachfrage hat gerade erst wieder angezogen und wird vielleicht nicht die Rekordhöhe erreichen. Es besteht die zunehmende Möglichkeit einer zweiten Welle des COVID-19-Ausbruchs in den kommenden Wochen, da die Regierungen die Wirtschaft wieder öffnen und die Menschen in Massen vielerorts gegen die Polizeibrutalität nach dem herzzerreißenden Tod von George Floyd protestieren.

Währenddessen bleibt das OPEC-Abkommen zur Produktionsdrosselung bestenfalls schwach. Die Gruppe hat ein für letzte Woche geplantes Meeting abgesagt und wird vielleicht auch diese Woche kein Meeting abhalten, da nicht alle Mitglieder ihren Teil der Abmachung einhalten. Wenn sich die Mitglieder nicht an die Quoten halten, könnte die Produktion nicht so stark eingeschränkt werden wie ursprünglich erwartet. In der Zwischenzeit könnte die Nachricht, dass U.S.-Bohrer wie die EOG ihre Ölquellen wieder in Betrieb nehmen und ihre Bemühungen beschleunigen, auch die Entscheidung der Organisation beeinflussen, ihre derzeitige Produktionsdrosselung weiter auszudehnen. Niemand würde es als fair ansehen, wenn die US-Bohrer diejenigen sind, die von der harten Arbeit profitieren.

Ein riskanter Handel im Moment

Dank der Kombination aus Produktionskürzungen und ersten Anzeichen einer Erholung der Nachfrage konnte WTI im letzten Monat 88 % zulegen. Das half den ETFs, da der USO um 37 % stieg, während der UCO um mehr als 75 % zunahm. Diese Rallye könnte so lange anhalten, wie sich die Fundamentaldaten des Ölmarktes weiter verbessern.

Da jedoch viele US-Bohrer ihre Pumpen bereits wieder in Gang gesetzt haben, könnte es zum Problem für die Ölpreise werden, wenn sie den Markt wieder mit Öl überschwemmen. Aus diesem Grund müssen Spekulanten darauf achten, wie schnell die US-Produktion wieder ansteigt, denn eine schnelle Erholung der US-Produktion könnte Druck auf die Preise und den Wert dieser Öl-ETFs ausüben.

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So handelt man im Falle eines Markt-Crashs

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Dieser Artikel wurde von Matthew DiLallo auf Englisch verfasst und am 04.06.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool hat keine Position in einer der genannten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Motley Fool beitragende Investmentanalysten

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