PRAG (dpa-AFX) - Im Corona-Krisenjahr 2020 ist die Zahl der Todesfälle in Tschechien deutlich gestiegen. Insgesamt starben mehr als 129 000 Menschen, knapp 17 000 mehr als ein Jahr zuvor, wie die nationale Statistikbehörde am Dienstag in Prag mitteilte. "Eine solch markante Veränderung von einem Jahr zum nächsten ist in unserer Geschichte seit dem Jahr 1950 ganz außergewöhnlich", teilte der Leiter der Behörde, Marek Rojicek, mit. Zu den Todesursachen machte die Statistikbehörde keine Angaben.

Dem Gesundheitsministerium zufolge hatten 11 872 Tote nachweislich eine Corona-Infektion. Manche Experten vermuten, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt. Tschechien hat rund 10,7 Millionen Einwohner. Die Zahlen wirkten sich negativ auf die durchschnittliche Lebenserwartung aus: bei Frauen lag das Minus bei 0,7 Jahren und bei Männer bei einem Jahr. Ein Mädchen, das vergangenes Jahr in Tschechien zur Welt kam, kann mit einer Lebenserwartung von 81,4 Jahren rechnen. Für Jungen sind es 75,3 Jahre.

Die Folgen der Pandemie wirkten sich auch auf die Wirtschaft aus. Das Bruttoinlandsprodukt brach im Vergleich zum Vorjahr nach vorläufigen Schätzungen um 5,6 Prozent ein. Das ist der stärkste Rückgang seit der Teilung der Tschechoslowakei 1993. Wichtigster Grund war nach Angaben der Statistiker, dass die privaten Haushalte weniger konsumierten./hei/DP/mis