Der Krieg in der Ukraine hat weitreichende Auswirkungen auf die deutsche Politik. Es wird diskutiert, Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke länger als bisher geplant laufen zu lassen, erneuerbare Energien sollen noch schneller ausgebaut werden. Das Ziel, 100 % des Stroms aus erneuerbaren Energien zu generieren, soll auf das Jahr 2035 vorgezogen werden, um möglichst schnell möglichst unabhängig von russischem Öl und Gas zu werden. Von diesem beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien sollten die folgenden beiden Unternehmen profitieren.

Encavis

Encavis (WKN: 609500) profitiert von der steigenden Nachfrage nach erneuerbaren Energien in Europa. Denn das Hamburger Unternehmen betreibt 206 Solar- und 96 Windparks in elf europäischen Ländern. Es betreibt weder Anlagen in Russland noch in der Ukraine. Der produzierte Strom wird über langfristige Abnehmerverträge oder durch garantierte Einspeisevergütungen verkauft. Mit seinem zweiten Standbein, dem Asset Management, profitiert Encavis zudem von einer erhöhten Nachfrage nach ESG-Investitionen. Hier können institutionelle Investoren in Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien investieren, die dann durch Encavis betrieben werden.

Im Geschäftsjahr 2021 steigerte das Unternehmen die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um 29 %. Die finanziellen Zahlen für das Gesamtjahr 2021 wurden noch nicht veröffentlicht. In den ersten neun Monaten 2021 stieg der Umsatz um 11 %, das operative EBIT um 2 %. Als Grund für das geringere EBIT-Wachstum werden schlechtere Wetterbedingungen genannt. Mittelfristig möchte das Unternehmen sein Wachstum fortsetzen. Von 2020 bis 2025 soll der Umsatz um durchschnittlich 8 % pro Jahr wachsen, das Ergebnis je Aktie um 10 %. Ein zusätzlicher Schub durch die verstärkte Energiewende ist hier noch nicht berücksichtigt. Gemessen an dem stabilen Geschäft und den guten Zukunftsaussichten finde ich das KGV von 32 nicht zu hoch.

Nordex

Anders als Encavis betreibt Nordex (WKN: A0D655) keine Anlagen zu Erzeugung von grünem Strom, sondern produziert diese. Der Hamburger Konzern hat sich auf die Herstellung von On-Shore Windenergieanlagen spezialisiert und zählt zu den fünf größten Unternehmen in diesem Segment (außerhalb Chinas). Die größten Märkte von Nordex sind Australien, Brasilien, Deutschland, Finnland und Spanien. In der Ukraine hat das Unternehmen ein kleines Projekt.

In den ersten neun Monaten 2021 stieg der Umsatz um 25 % an, der Nettoverlust lag wie im Vorjahr bei ungefähr 100 Mio. Euro. Hier liegt meiner Einschätzung nach das Problem von Nordex. Trotz toller Story und einem politisch geförderten Ausbau der Windenergie schafft es das Unternehmen einfach nicht, nachhaltig profitabel zu wirtschaften. Zuletzt konnte in 2017 ein kleiner Gewinn erzielt werden. Entsprechend nimmt das Unternehmen regelmäßig Fremdkapital auf oder besorgt sich neues Eigenkapital über Kapitalerhöhungen.

Ich sehe wenig Anlass, dass sich dies bald ändern sollte. Ich denke, dass der Wettbewerb einfach zu intensiv ist und daher die Margen zu gering sind, um nachhaltige auskömmliche Gewinne zu erzielen. Die EBITDA-Marge betrug in den ersten neun Monaten 2021 2,5 %. Das ist für mich einfach zu wenig für ein attraktives Investment. Das KUV des Unternehmens beträgt nur 0,5, die Story einer steigenden Nachfrage nach Windenergie klingt gut. Dennoch gibt es meiner Meinung nach attraktivere Investments, um von der beschleunigten deutschen Energiewende zu profitieren.

Der Artikel 2 Aktien, um von der jetzt beschleunigten deutschen Energiewende zu profitieren ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Hendrik Vanheiden besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2022

Autor: Hendrik Vanheiden, Motley Fool beitragender Investmentanalyst (TMFhendrik)


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