Als Aktionär mit einem Faible für Investitionen in Technologieaktien steht man regelmäßig vor einem Zwiespalt. Einerseits bieten Tech-Aktien historisch betrachtet eine höhere Rendite als der Gesamtmarkt. Andererseits jedoch sind Tech-Aktien gefühlt immer überbewertet.

Daher hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man kauft qualitativ hochwertige Tech-Aktien zum derzeitigen Marktpreis oder man legt sich länger auf die Lauer und wartet auf eine Korrektur. Hierbei sollte jedoch stets auf die Ursache des Preisrückschlages geachtet werden. Denn eine Investition rechnet sich meist nur dann, wenn keine fundamentalen Gründe für den Absturz vorliegen. Dies trifft aus meiner Sicht auf folgende beiden Aktien zu.

1. Salesforce

Die Korrektur für die Aktie von Salesforce (WKN: A0B87V) läuft bereits seit September 2020. Kein Wunder. Denn seit dem Coronatief von März 2020 stieg die Aktie des CRM-Spezialisten im Hoch um über 145 % an. Da bedarf es oftmals einiger Monate, bis das Unternehmen in die Unternehmensbewertung wachsen kann.

Des Weiteren gab es mit der Übernahme des Kollaborationsdienstleisters Slack auch einen fundamentalen Grund für den Kursrückgang. Denn mit einem überlieferten Kaufpreis von 28 Mrd. US-Dollar war die Akquisition auf keinen Fall ein Schnäppchen. Des Weiteren geht man mit Slack zunehmend in einen Konkurrenzkampf mit Microsoft. Ein Duell, das zunächst wie jenes von David gegen Goliath klingt.

Dennoch bin ich der Meinung, dass Salesforce langfristig eine interessante Alternative zur Microsoft-Aktie ist. Das sieht offenbar auch der Kapitalmarkt ähnlich. Denn mit einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 52,7 ist Salesforce selbst nach einer Korrekturphase noch ambitioniert bewertet. Doch zukünftiges Wachstum hat eben einen Preis, der in US-Dollar-Notierung immerhin noch 16,5 % unter dem Allzeithoch liegt.

2. ServiceNow

Neben Salesforce erachte ich auch den Kursrückgang bei der Aktie von ServiceNow (WKN: A1JX4P) als eine potenzielle Einstiegschance. Denn nach dem Allzeithoch bei einem Kurs von 598,37 US-Dollar liegt der Kurs nun 23,0 % tiefer bei 460,64 US-Dollar.

Die Ausgangslange bei ServiceNow ist mit jener von Salesforce zu vergleichen. Denn nach dem Corona-Crash konnten sich die Papiere des Digitalisierungsdienstleisters um über 150 % verteuern. Ein typisches Kursmuster für eine Technologieaktie, die nach einem Kurssprung zunächst in den Konsolidierungsmodus übergeht. Fundamentale Ursachen gibt es dafür aus meiner Sicht nicht.

Denn die jüngsten Quartalszahlen konnten einmal mehr die Erwartungen des Marktes schlagen. Dennoch ist klar zu erkennen, dass sich das Wachstum abschwächen könnte. Denn während die operative Marge im ersten Quartal 2021 noch bei 27 % lag, wird für das Gesamtjahr 2021 lediglich ein Wert von 23,5 % prognostiziert. Doch rechtfertigt dies einen Abschlag von 23 %?

Das kommt darauf an, ob sich die Marge verschlechtert, weil ServiceNow in zukünftiges Wachstum investiert oder die Preissetzungsmacht durch zunehmende Konkurrenz beeinträchtigt ist. Aus meiner Sicht ist der erste Grund deutlich wahrscheinlicher. Denn die Kundenloyalität ist ausgezeichnet. Von 100 Kunden erneuerten 97 % im ersten Quartal ihr ServiceNow-Abonnement.

Des Weiteren darf man nicht vergessen, woran das aktuelle Geschäftsjahr 2021 gemessen wird. Denn im Vergleichsjahr 2020 wurde durch die Coronavirus-Pandemie vor allem die Digitalisierung vorangetrieben und beschleunigt.

Der Artikel 2 preiswerte Tech-Aktien, die einen Blick wert sind! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Michael besitzt Aktien von Salesforce, ServiceNow und Microsoft. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu Microsoft. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Microsoft, Salesforce und ServcieNow.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Michael Grünauer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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