Langfristig ist es sinnvoll, in wachstumsstarke Unternehmen zu investieren. Wie man anhand der aktuellen Volatilität erkennt, können jedoch auch die Kurse dieser Unternehmen auf kurze Sicht massiv in beide Richtungen schwanken. Da zukünftige Qualitätsunternehmen jedoch von Jahr zu Jahr ihre Umsatzerlöse und Gewinne steigern können sollten, folgen die Kurse in der Regel der fundamentalen Entwicklung.

Hätte man somit 3.000 Euro übrig und möchte diese am Kapitalmarkt anlegen, sind aus meiner Sicht derzeit zwei europäische Unternehmen spannend, die man durch die kürzlichen Abverkäufe nun deutlich preiswerter erwerben könnte.

Halbleiter-Spezialist aus den Niederlanden

Das Unternehmen ASML (WKN: A1J4U4) zählt wohl zu den attraktivsten Technologieaktien Europas. So spezialisiert sich das Unternehmen auf Fotolithografiemaschinen, die für die Halbleiterherstellung benötigt werden. Aufgrund des aktuellen Chipmangels sind somit die Wachstumsraten der vergangenen Monate kein Wunder.

So konnte der Aktienkurs von ASML innerhalb eines Jahres um über 111 % zulegen (Stand: 29.09.2021, maßgeblich für alle Kennzahlen). Doch das Unternehmen sieht sich auch für die Zukunft gewappnet, wie man anhand der jüngsten Prognoseerhöhung erkennen kann.

So erwartet das Unternehmen im Jahr 2025 Umsatzerlöse in der Bandbreite von 24 bis 30 Mrd. Euro mit einer operativen Marge von bis zu 55 %. Im Vergleich dazu strebt das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr 2021 Umsatzerlöse von 19 Mrd. Euro und eine operative Marge von 50 % an.

Ein Blick auf die Bewertung zeigt jedoch, dass die vermeintlich guten Zukunftsaussichten offenbar bereits im Kurs eingepreist sind. So beträgt beispielsweise das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) 49,7 für das laufende Geschäftsjahr. Somit könnte für nicht investierte Anleger der aktuelle Abverkauf durch gestiegene Anleiherenditen wie gerufen kommen. Denn mit einer sinkenden Bewertung wird die langfristig hohe Renditeerwartung nochmals deutlich verbessert.

Medizintechnik aus Deutschland

Das zweite interessante Unternehmen ist Eckert & Ziegler (WKN: 565970). Im Vergleich zu ASML handelt es sich hierbei jedoch um einen Nebenwert. Denn mit einer Marktkapitalisierung von knapp über 2,3 Mrd. Euro ist das Unternehmen um einiges kleiner. Nichtsdestotrotz ist der Anbieter von radioaktiven Komponenten bereits im TecDAX und SDAX vertreten.

Kein Wunder, denn auf Sicht von einem Jahr liegt die Rendite bei 147,81 %, auf Sicht von drei Jahren sogar bei 868,46 %. Zurückzuführen sind die starken Renditen auf die fundamentale Geschäftsentwicklung. Denn während der Jahresüberschuss im Geschäftsjahr 2020 selbst trotz Corona leicht über dem Vorjahresniveau war, wird erwartet, diesen in 2021 um 52,8 % steigern zu können. Zudem wird das starke Wachstum mit Eigenkapital finanziert. Denn ein Blick auf die Bilanz zeigt, dass Eckert & Ziegler praktisch schuldenfrei sind.

Der einzige Grund, weshalb ich noch mit einem Kauf von Aktien von Eckert & Ziegler zögere, liegt in der Bewertung. Denn für das laufende Geschäftsjahr beträgt das KGV stolze 82,1. Wenngleich die Aktie seit dem Hoch vom 10. September 2021 bei 141,20 Euro bereits um 21,6 % korrigiert hat, ist könnte sich der Abverkauf theoretisch noch länger fortsetzen.

Auch wenn ich stets versuche, den besten Einstiegszeitpunkt zu finden, muss man sich vor Augen führen, dass dies nicht möglich ist. Da ich davon ausgehe, dass Eckert & Ziegler langfristig wachsen wird, ist der Einstiegskurs daher auf Sicht von 10 bis 20 Jahren vermutlich nebensächlich.

Fazit

Keine Frage, hätte man vor Kurzem die Aktie von ASML oder Eckert & Ziegler nahe der Allzeithochs erworben, sind die aktuellen Kursverluste schwierig zu verdauen. Nichtsdestotrotz sind Kursstürze von 10 oder 20 % bei Wachstumswerten keine Seltenheit.

So konnten selbst arrivierte Big-Techs wie Amazon oder Facebook Einbrüche dieser Größenordnung innerhalb weniger Tage verzeichnen. Da diese Unternehmen jedoch langfristig geliefert haben, waren diese Rücksetzer historisch betrachtet gute Nachkaufgelegenheiten. Daher behalte ich sowohl ASML als auch Eckert & Ziegler auf meiner Watchlist und könnte mir vorstellen, bei weiteren Kursverlusten antizyklisch erste Positionen aufzubauen.

Der Artikel 3.000 Euro übrig? Diese beiden europäischen Technologieaktien könnten ein Kauf sein! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Michael besitzt Aktien von Amazon und Facebook. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Facebook und empfiehlt ASML, sowie die folgenden Optionen: Long January 2022 $1920 Call auf Amazon und Short January 2022 $1940 Call auf Amazon.

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Autor: Michael Grünauer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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