Investoren, die gerade erst ein Portfolio aufbauen und eine solide Grundlage für die Zukunft schaffen, sollten während der Höhen und Tiefen des Marktes investieren. Dollar Cost Averaging ist eine gute Möglichkeit, dies zu tun – am besten durch einen disziplinierten Ansatz mit einem Maklerkonto. Mit dieser Strategie kauft man mehr Aktien, wenn die Kurse niedriger sind. Und natürlich weniger, wenn die Bewertungen höher sind.

Sobald das Fundament gelegt ist, können Investoren wählerischer sein. Es mag großartige Unternehmen geben, die man gerne besitzen möchten – die man aber zu teuer findet, um einen Kauf zu rechtfertigen. Aber Marktkorrekturen sind starke Gelegenheiten. Und die kommen von jetzt auf gleich. Daher muss man bereit sein. Hier sind drei Aktien, die man beim nächsten Marktcrash kaufen sollte.

1. Dividenden mit Johnson & Johnson

Die Investition in einen etablierten Blue-Chip-Dividendenzahler wie Johnson & Johnson (WKN: 853260) sollte für alle Anleger ganz oben auf der Liste stehen. Als globales Unternehmen mit Geschäftsfeldern in den Bereichen Pharmazeutika, medizinische Geräte und Verbrauchergesundheit trägt es unmittelbar zur Diversifizierung eines Portfolios bei. Der Jahresumsatz ist von etwa 70 Milliarden USD im Jahr 2015 auf über 82 Milliarde USD im Jahr 2019 gestiegen. Da es sich um einen Dividendenkönig handelt, können sich Anleger darauf verlassen, dass J&J seine Dividende weiterhin erhöhen wird. Das bietet einem eine zusätzliche, kontinuierlich wachsende Einkommensquelle. Einschließlich der im April 2020 ausgezahlten Dividende hat das Unternehmen seine Dividende 58 Jahre lang in Folge erhöht. Derzeit liegt die Rendite bei fast 2,5 % und übertrifft damit den langfristigen Durchschnitt des S&P 500 von unter 2 %.

Johnson & Johnson ist jedoch nicht nur eine Einkommensinvestition. Das Unternehmen hat die bereinigten operativen Gewinne in 36 aufeinanderfolgenden Jahren gesteigert und den Aktionären in den letzten zehn Jahren eine jährliche Gesamtrendite von fast 12 % beschert. Der kürzlich gemeldete Gesamtumsatz für das vierte Quartal stieg um 8,3 %. Im Gesamtjahr 2020 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um weniger als 1 %. Das ist jedoch hauptsächlich auf die Auswirkungen der Pandemie auf das Geschäft mit medizinischen Geräten zurückzuführen.

Mit einem aktuellen Aktienkurs von etwa 163 USD liegt die Aktie am oberen Ende der historischen Bewertung. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (P/S) liegt auf einem 10-Jahres-Hoch von über 5, und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei relativ hohen 29. Es mag nicht auffällig sein, aber ein Kursabrutsch wäre eine gute Gelegenheit, um das Depot langfristig zu beflügeln.

2. Erneuerbare Energien mit Brookfield Renewable

Viele Namen aus dem Bereich erneuerbarer Energien sind im Jahr 2020 gestiegen. Die Abkehr von fossilen Brennstoffen gewinnt immer weiter an Fahrt. Die neue Regierung in den USA könnte das Wachstum der US-Produktionskapazitäten für erneuerbare Energien durchaus beschleunigen. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) wuchs die Wind- und Solarstromerzeugung 2019 stärker als jede andere erneuerbare Energiequelle. Die Solarenergie wuchs weltweit um 22 %. Die unabhängige Agentur glaubt, dass die Solarenergie bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 15 % erreichen könnte. Der Zubau von Windkraftkapazitäten wuchs 2020 trotz der COVID-19-Pandemie um 8 %. Es wird erwartet, dass sich der Zubau im Jahr 2021 beschleunigen wird.

Eine großartige Möglichkeit, in diesen Bereich zu investieren, ist die Investition in einen bewährten Kapitalallokator in diesem Sektor. Brookfield Renewable Partners (WKN: A1JQFZ) passt dort genau rein. Brookfield Renewable hat ein Investitionsportfolio von über 5.300 stromerzeugenden Anlagen weltweit. Der Besitz und die Investitionen bestehen aus Wasserkraft, Solarenergie und Windkraft.

Die Muttergesellschaft Brookfield Asset Management leitet Kapital an mehrere ihrer börsennotierten Unternehmen weiter, darunter Brookfield Renewable Partners. Die Nutzung des verfügbaren Kapitals hat in den letzten zehn Jahren zu soliden Renditen für Brookfield Renewable geführt. Darunter auch ein Anstieg von mehr als 80 % seit Anfang 2020.

Aber der Umsatz nach zwölf Monaten (TTM) ist bis zum dritten Quartal, das am 30. September 2020 endete, tatsächlich um 8 % gesunken. Die Funds from Operations (FFO) sind in dieser Zeit um 17 % zurückgegangen. Die Aktie legt weiter zu, weil das Management zuversichtlich ist, dass das Unternehmen aufgrund seiner Wachstumsinitiativen weiterhin langfristige Renditen von 12 % bis 15 % erzielen wird.

Via YCharts

Der Aktienkurs vom 2. Februar liegt bei 46 USD, nachdem die Aktie seit Anfang 2020 um 88 % gestiegen ist. Aber der vierteljährliche FFO – ein geeigneteres Maß für den Cashflow als für den Gewinn für ein Unternehmen dieser Art – stieg etwa halb so stark. Die allgemeine Stärke des Sektors unterstützt die Wachstumsziele des Managements. Wenn die Aktie während eines Marktabschwungs fällt, wäre es für Investoren klug, dies auszunutzen.

3. Spekulation mit Aphria

Der kanadische Marihuana-Züchter und -Vertreiber Aphria (WKN: A12HM0) hat eine Strategie für einen möglichen Schritt in die USA entwickelt. Eine Investition auf der Grundlage dieses Plans ist sicherlich noch Spekulation. Denn der Zeitpunkt der Legalisierung von Marihuana bleibt auf US-Bundesebene noch immer eine Frage. Aber die Zahl der US-Bundesstaaten, die Marihuana für medizinische und Freizeitzwecke legalisieren, wächst weiter.

Anfang November gab Aphria bekannt, dass es 300 Millionen USD ausgeben würde, um den US-Craft-Bierbrauer SweetWater Brewing Company zu kaufen. Im Jahr 2018 brachte SweetWater ein mit Hanf angereichertes IPA namens 420 Strain G13 heraus. Das Bier verdiente sich in den ersten zwölf Monaten auf dem Markt den Titel der Top-Craft-Marke in den USA. Es bewies, dass Bier und Cannabis zusammen durchaus marktfähig sind.

Für das Geschäftsjahr, das am 31. Dezember 2019 endete, meldete SweetWater einen Umsatz von 67 Millionen USD, einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern, Schulden und Abschreibungen (Ebitda) von 22 Millionen USD und eine Wachstumsrate, die doppelt so hoch war wie die des nationalen Craft-Bier-Marktes. Aber die Strategie von Aphria zielt nicht auf kurzfristige Einnahmen hier, sondern auf den wachsenden US-Markt. SweetWater ist derzeit in 27 US-Bundesstaaten erhältlich. Aphria sagte, dass es „eine Plattform und Infrastruktur innerhalb der USA bietet, um im Falle einer bundesweiten Legalisierung einen schnelleren Zugang zum US-Markt zu ermöglichen“.

Aphrias nächster strategischer Schritt war der Zusammenschluss mit dem ebenfalls kanadischen Cannabis-Züchter Tilray (WKN: A2JQSC). Die Aphria-Aktionäre werden etwa 62 % des neu kombinierten Unternehmens besitzen, das vom Aphria-Vorsitzenden und CEO Irwin Simon geleitet wird. Diese Schritte kommen in einer Zeit wachsender Umsätze, aber auch die Aktien sind in letzter Zeit stark angestiegen.

Ein vollständig diversifiziertes Portfolio kann (und sollte wahrscheinlich) ein gewisses Maß an intelligenter Spekulation beinhalten. Wenn Marihuana jemals in den USA vollständig legalisiert wird, könnte Aphria davon immens profitieren. Aber Investoren sollten vielleicht auf einen Rückgang des Aktienkurses warten, um in die Aktion einzusteigen.

Die Lektion? Immer bereit sein

Das Wichtigste für Investoren ist es, auf Chancen vorbereitet zu sein, die sich am Aktienmarkt ergeben. Abstürze oder Korrekturen können schnell kommen. Und es kann schwierig sein, schnell zu entscheiden, wo man Mittel für ein Schnäppchen herbekommt, wenn fast alles in Mitleidenschaft gezogen wird.

Es zahlt sich aus, im Vorfeld einen Plan zu haben. Eine Kombination aus Blue-Chip-Unternehmen mit zuverlässigen Dividenden, einem Sektor, der gerade aufblüht, und einer Cannabis-Aktie könnte das Depot beflügeln.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Brookfield Asset Management und empfiehlt Johnson & Johnson. Howard Smith besitzt Aktien von Johnson & Johnson. Dieser Artikel erschien am 3.2.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Howard Smith

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