Die Aktienkurse von MetLife (WKN: 934623), Air Lease (WKN: A1H92R) und Seagate Technology (WKN: A1C08F) sind im Laufe des Jahres gesunken, aber sicher nicht für lange Zeit.

Oberflächlich betrachtet ist die Abneigung der Anleger sicherlich nachvollziehbar. Menschen sterben an Corona und die Leitzinsen sind gesunken, was beides nicht gut für die Lebensversicherungsbranche im Allgemeinen ist. Jedenfalls ist das das Urteil zu MetLife, deren Aktie derzeit um mehr als 27 % gesunken ist.

Die Menschen fliegen nicht wegen Corona, was schlecht für die Luftfahrtindustrie ist. Jedenfalls bedeutet es das für Air Lease – oder? Die Aktien der Flugzeug-Leasinggesellschaft sind in diesem Jahr um 40 % gefallen.

Und Seagate Technology ist in diesem Jahr um mehr als 20 % zurückgegangen. Viele Investoren befürchten, dass die sinkenden Gewinne des Unternehmens einen langfristigen Trend bezeichnen.

Und doch zeigen die Zahlen, dass diese oberflächliche Betrachtung am Ende Unsinn ist.

Air Lease ist besser dran als die Fluggesellschaften

Die Aktien der Fluggesellschaften haben in letzter Zeit natürlich gelitten, weil die Zahl der Gäste stark zurückgegangen ist. Es macht jedoch wenig Sinn, die Aktien von Air Lease mit denen von etwa Delta Air Lines und Southwest Airlines zu vergleichen.

Air Lease, mit Sitz in Los Angeles, kauft Flugzeuge und vermietet sie an Fluggesellschaften. Nach Angaben des Unternehmens bestand seine Flotte am 30. Juni aus 301 Flugzeugen, die sich im Besitz des Unternehmens befinden. 81 Flugzeuge werden verwaltet.

Air Lease gab an, bereits 99 % seiner Flugzeuge geleast zu haben. Es handelt sich dabei um Triple-Net-Leasing. Dabei zahlen die Fluggesellschaften Steuern, Versicherung und Wartung der Flugzeuge, unabhängig davon, ob diese Flugzeuge am Boden bleiben oder fliegen. Somit wird das Geld weiter fließen, es sei denn, die Fluggesellschaften gehen in Konkurs. In vielen Fällen hat das Unternehmen einigen Fluggesellschaften die Miete gestundet. Doch es bestehen immer noch Vereinbarungen, die eine Zahlung erfordern. Und das Management sagte, dass man im ersten Quartal 90 % der Leasingverträge eingezogen habe.

Im ersten Quartal meldete das Unternehmen einen Umsatz von 511 Millionen USD, was einem Anstieg von 9,7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Und das obwohl der verwässerte Gewinn pro Aktie 1,17 USD betrug. Das ist ein Rückgang von 4,9 % im Vergleich zum gleichen Quartal 2019.

Bei den neulich gemeldeten Ergebnissen für das zweite Quartal schien das Unternehmen kurz vor dem Abheben zu stehen. Der Umsatz betrug 521 Millionen USD, ein Anstieg von 10,6 %. Der Nettogewinn von 143 Millionen USD bedeutete einen Anstieg von 15,9 % gegenüber dem Vorjahr.

Ein weiterer Schlüsselfaktor zu Gunsten von Air Lease sind die Probleme mit der Boeing 737 MAX und die Produktionskosten für den Airbus A350. Das wird die Nachfrage nach der Air-Lease-Flotte ankurbeln. Insbesondere wenn die Fluggesellschaften wieder durchstarten.

Bis die Aktien wieder steigen, zahlt das Unternehmen eine vierteljährliche Dividende von 0,15 USD pro Aktie, was einer Rendite von 2,18 % entspricht (etwas höher als der S&P-500-Durchschnitt von 2 %). Zum aktuellen Kurs beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) nach zwölf Monaten 5,4.

MetLife ist langfristig stark

Menschen, die sich Sorgen um MetLife machen, müssen das Gesamtbild betrachten und nicht nur die etwas enttäuschenden Ergebnisse des zweiten Quartals.

Die in New York City ansässige Versicherungsgesellschaft hat in vier aufeinanderfolgenden Jahren Umsatz und Reingewinn gesteigert. Im ersten Quartal, vor den vollen Auswirkungen des Coronavirus, betrug der Reingewinn des Unternehmens 4,4 Milliarden USD. Im Vorjahresquartal waren es 1,3 Milliarden USD. Das Unternehmen verfügte außerdem über 5,3 Milliarden USD an Barmitteln und liquiden Mitteln – eine Menge Geld. Es stimmt zwar, dass die Zinssätze gesunken sind, aber MetLife verfügt über ein breites Portfolio, und die Kapitalerträge beliefen sich im ersten Quartal auf 4,3 Milliarden USD. Das ist ein Zuwachs von 1 % gegenüber dem Vorjahr.

Die Investitionen des Unternehmens erlitten im zweiten Quartal einen Rückschlag. Die Gesamtsumme von 4,1 Milliarden USD ging im Jahresvergleich um 13 % zurück. Die Einnahmen gingen ebenfalls zurück, und zwar auf 758 Millionen USD. Im Vorjahresquartal waren es 1,4 Milliarden USD. Da der Gesamtmarkt jedoch wieder im Aufwind ist, will man die Investitionen schnell steigern.

Die Aktie ist lächerlich unterbewertet, mit einem kriminell niedrigen 12-Monats-KGV von 4,8. Es könnte also ein guter Zeitpunkt für einen Kauf sein.

Die vierteljährliche Dividende des Unternehmens liegt in diesem Jahr bei 0,46 USD pro Aktie. Das ist ein Anstieg von 4,5 %. Nach Angaben des Unternehmens ist dies Teil einer jährlichen Wachstumsrate von 10,7 % seit 2011. Das ergibt eine Rendite von 4,8 %, ein schöner Anreiz. Die Dividende scheint mit einer Ausschüttungsquote von 30,1 sicher zu sein. Die nachstehende Grafik zeigt, wie weit die drei Aktien von ihren Höchstständen in diesem Jahr entfernt sind. Dies ist in ihren Branchen mit Ausnahme von Seagate nicht ungewöhnlich:

Via YCharts

Seagate Technology ist bereit fürs Comeback

Seagate, ein in Cupertino, Kalifornien, ansässiger Festplattenhersteller, schloss sein Geschäftsjahr im vergangenen Monat mit einer schlimmen Bilanz ab. Umsatz und Gewinn gingen im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr zurück. Dabei wurde aber die Tatsache vergessen, dass das Unternehmen für das Jahr verbesserte Einnahmen verzeichnete. Insbesondere im Bereich der Massenspeicher, wo die Einnahmen um 25 % stiegen.

Die Coronavirus-Pandemie könnte eine positive Seite für das Unternehmen haben, da der Lockdown die Menschen zu Hause fesselt. Das bedeutet mehr benötigten Speicherplatz, und das bedeutet mehr Nachfrage nach den Produkten von Seagate.

Es gibt noch einen weiteren Grund, Seagate zu mögen – eine kräftige Rendite von 5,8 % auf die vierteljährliche Dividende von 0,65 USD. Wie die beiden Vorgängertitel liegt der Kurs unter seinem Wert, mit einem 12-Monats-Gewinn pro Aktie von 11,8. Da der Aktienkurs des Unternehmens um mehr als 24 % gefallen ist, könnte dies eine ausgezeichnete langfristige Kaufgelegenheit für Investoren darstellen.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Delta Air Lines und Southwest Airlines. Jim Halley besitzt Aktien von Seagate. Dieser Artikel erschien am 8.8.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Alex Langer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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