In den letzten vier Wochen haben Investoren auf die harte Tour gelernt, dass Aktien von Zeit zu Zeit auch mal abstürzen können. Dabei sind große Kurseinbrüche oft die Folge von Emotionen statt von Rationalität. Investoren haben daher erlebt, wie der Dow Jones Industrial Average in den letzten zwei Wochen fünf der zehn größten absoluten Tagesverluste in seiner Geschichte einfuhr.

Historisch gesehen hat es sich jedoch gezeigt, dass das Kaufen solcher Rücksetzer eine intelligente Strategie ist. Das liegt daran, dass Gewinnsteigerungen über die Zeit die breiten Aktienmärkte nach oben treiben, wodurch die harten Verluste während der Korrekturen mehr als ausgeglichen werden. Was sich aktuell abspielt, mag für neue Investoren erschreckend aussehen. Doch in zehn Jahren wirst du es dir sehr wahrscheinlich danken, wenn du heute in den weltbesten Wohlstandsmacher – die Aktie – investierst.

Warum Dividendenaktien in Korrekturen dein Freund sind

Eine gute Methode, die kurzfristigen und harten Kursverluste zu überstehen, ist, sich auf Dividendenaktien zu fokussieren. Warum? Dividendenunternehmen sind typischerweise profitabel, haben bewährte Geschäftsmodelle und die regelmäßigen Zahlungen können die Panik von Investoren etwas reduzieren, da sie die Verluste bei den Aktienkursen teilweise ausgleichen.

In der Theorie wollen Investoren immer die bestmögliche Rendite mit möglichst wenig Risiko. In der Realität gehen Rendite und Risiko oft Hand in Hand: Eine hohe Dividendenrendite deutet an, dass ein Unternehmen in Schwierigkeiten ist. Denk daran: Da die Dividendenrendite sich ergibt, indem man die Dividende durch den Aktienkurs teilt, kann ein problembehaftetes Unternehmen mit einem abstürzenden Aktienkurs den falschen Eindruck einer tollen Rendite erwecken. Das kann Dividendenaktien mit hoher Rendite für Einkommensinvestoren sehr riskant machen.

Doch es gibt wie immer Ausnahmen. Aktuell gibt es drei Dividendenaktien mit wirklich großartigen Renditen, die mehr als viermal so hoch sind wie die des S&P 500. Außerdem wirst du nachts ruhig schlafen können, ohne dich über die Beständigkeit des Geschäftsmodells dieser drei Unternehmen sorgen zu müssen. Wenn der Aktienmarkt seine volatile Talfahrt fortsetzt, könnten diese drei Aktien einen Kauf wert sein.

Altria Group: 7,7 % Dividendenrendite

Keine Frage, Tabak war in den letzten Jahren ein schwieriges Geschäftsfeld. US-Regulatoren führen quasi seit Jahrzehnten einen Feldzug gegen große Tabakunternehmen und die Bemühungen der Regierung, die Leute vom Rauchen abzuhalten, haben die Raucherzahlen auf ein Allzeittief geführt. Das sind erst einmal schlechte Nachrichten für die Altria Group (WKN: 200417), der US-Tabakgigant hinter der Premiummarke Marlboro. Altria erfährt in letzter Zeit einen recht konstanten Rückgang seiner Absatzmenge: Um 7,3 % ging es 2019 bergab.

Das sind die schlechten Nachrichten.

Die gute Nachricht ist, dass Nikotin abhängig macht, sodass Altria seine Preissetzungsmacht nutzen konnte, um die jährlichen Umsätze trotz alldem konstant zu halten oder sogar zu steigern. Dazu kommen Produktinnovationen, die für die Verbraucher am Ende gesünder sein könnten als das Rauchen von Tabak. Dazu gehören die Starts des IQOS-Tabakerhitzungssystems sowie der Nicotine Pouches in mehr als 15.000 Läden auf der ganzen Welt. Anders gesagt nutzt Altria seine stabilen Cashflows, um Geschäfte aufzubauen, die die Schwäche in den Tabakverkäufen ausgleichen können – vielleicht sogar mehr als das.

Altria ist darüber hinaus großzügig, was die Rückzahlung von Kapital an die Aktionäre angeht. Im letzten Jahr wurde die Dividende zum 54. Mal in den letzten 50 Jahren angehoben, zudem kaufte das Unternehmen Aktien im Wert von 845 Millionen Dollar zurück. Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der Gewinn je Aktie für jeden verbleibenden Anteil steigt, was die Aktienbewertung wiederum attraktiver macht.

Mit einer Dividendenrendite von derzeit 7,7 % und einem Produkt, das in einer Rezession kaum weniger gekauft wird, sieht Altria für Einkommensinvestoren nach einem soliden Kauf aus.

Mobile TeleSystems: 9,2 % Dividendenrendite

Als Nächstes sollten Dividendenjäger sich den russischen Mobilfunkgiganten Mobile TeleSystems (WKN: 501757) genauer ansehen, der besser unter dem Namen MTS bekannt ist.

Das Risiko eines Unternehmens wie MTS liegt darin, dass die Marktsättigung bereits sehr hoch ist. Man kann sich also fragen, wo das zukünftige Wachstum herkommen soll. Der Russische Rubel ist darüber hinaus nicht unbedingt für eine stabile Geschichte bekannt. Investoren müssen kurzfristige Währungsschocks daher einplanen.

Es gibt allerdings zwei Faktoren, die Investoren aufhorchen lassen sollten. Als Erstes wäre da der Fakt, dass Mobile TeleSystems seine Umsätze zum größten Teil aus der Wireless-Sparte generiert. Deren Umsätze sind zum Großteil abobasiert. Da Smartphones mit jedem Tag an Bedeutung gewinnen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass MTS große (oder überhaupt irgendwelche) Umsatzeinbußen hinnehmen muss, wenn die Welt in eine Rezession schlittert. Die regelmäßigen Vertragseinnahmen führen zu gut vorhersagbaren Cashflows, was ein Hauptgrund dafür ist, dass die Aktie eine Rendite von über 9 % auszahlt. Zudem sollte der Marktstart von 5G-Netzwerken einen gesunden Upgrade-Zyklus zünden, wodurch die Datenvolumina von Kunden zunehmen sollten.

Zweitens hat MTS sein Geschäft über den reinen Mobilfunk hinaus erweitert. Die MTS-Bank beispielsweise hat ihre Kundenbasis bis zum dritten Quartal auf 1,9 Millionen Kunden gesteigert. Die Bruttokredite an Privatpersonen nahmen um 85 % zu. Das Cloudgeschäft des Unternehmens verzeichnet nun über 660 Firmenkunden.

Auch Mobile TeleSystems spart nicht mit Aktienrückkäufen; umgerechnet 810 Millionen Dollar gab das Unternehmen dafür in den letzten drei Jahren aus. Damit sieht MTS nach einer soliden, hochrentierlichen Dividendenaktie aus.

Royal Dutch Shell: 8,6 % Dividendenrendite

Zum Schluss sollten Dividendenjäger einen Blick auf die Öl- und Gasindustrie werfen und hier insbesondere einen genauen Blick auf Royal Dutch Shell (WKN: A0D94M und A0ER6S).

Das offensichtliche Problem ist, dass der Ölmarkt derzeit ziemlich durcheinander ist. Die durch das neuartige Coronavirus verursachte Krankheit COVID-19 lässt die Ölnachfrage einbrechen, weshalb die OPEC die Fördermenge drastisch einschränken wollte. Unglücklicherweise war Russland, das kein OPEC-Mitglied ist, damit nicht einverstanden. Das Ergebnis ist ein harter Preiskampf zwischen Russland und Saudi-Arabien. Wenn die Rohölpreise dramatisch fallen, ist das natürlich schlecht für alle Explorations- und Produktionsunternehmen, wie Royal Dutch Shell eines ist.

Die gute Nachricht ist, dass Royal Dutch Shell zwar auch im Upstream-Geschäft tätig ist, um sein Wachstum anzutreiben – doch unterm Strich ist das Unternehmen ein integrierter Öl- und Gaskonzern. Wenn die Rohölpreise fallen und die Kundennachfrage nach Ölprodukten zunimmt, verlässt sich Royal Dutch Shell auf sein Raffinerie- und Petrochemie-Business, um die Lücke bei der Förderung zu schließen.

Zudem hat das Unternehmen große Investitionen in Erdgas getätigt. Zwar haben sich die Erdgaspreise im letzten Jahrzehnt eher enttäuschend entwickelt, doch das Gassegment stand 2019 dennoch für 11,4 Milliarden an organischem freien Cashflow. Zum Vergleich: Der konzernweite organische freie Cashflow betrug letztes Jahr 20,1 Milliarden.

Royal Dutch Shell hat darüber hinaus immer ein Auge darauf, dass die Sachinvestitionen nicht aus dem Ruder laufen, sodass das Unternehmen 2019 14,8 Milliarden Dollar über Aktienrückkäufe an seine Anteilseigner zurückgab. Wie ich weiter oben erklärt habe, beeinflussen Aktienrückkäufe das Ergebnis je Aktie positiv.

Zwar ist eine Dividendenerhöhung wahrscheinlich erst einmal vom Tisch, doch der gut finanzierte und diversifizierte Ölgigant wird seine Dividende auf absehbare Zeit zahlen können.

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Sean Williams besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. Dieser Artikel erschien am 11. März 2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Sean Williams

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