In diesem Jahr konnte man sich mit deutschen Banken, Maschinenbauern und Automobilzulieferern die Finger verbrennen. Wer allerdings ein glückliches Händchen hatte, der konnte seinen Einsatz verdoppeln und vervielfachen – und das nicht nur an der Biotech-, Mining- und Pennystock-Lotterie. Bei kleinen deutschen Nebenwerten ging zum Teil die Post ab, darunter bei Proton Power Systems (WKN: A0LC22), Deutsche Real Estate (WKN: 805502) und Eckert & Ziegler (WKN: 565970) (alle Aktienkurse Stand 09.08.2019).

Proton Power Systems (+271 %): Die Kraft des Wasserstoffs

Zu den besten Anlagethemen der letzten Zeit gehörten Brennstoffzellen und Elektrolyseanlagen. Viele Aktien aus diesem Bereich, die zuvor eher schwach performten, wachten 2018 auf und der Schwung wurde auch in dieses Jahr hineingetragen. Anteile der in England registrierten Proton Power Systems gab es zum Jahreswechsel noch für 7 Eurocent. Beim Hoch im Mai waren es 49 Eurocent und damit siebenmal so viel! Seither hat sich der Kurs zwar etwa halbiert, aber wer frühzeitig investiert war, kann sich noch immer über eine fantastische Rendite freuen.

Das operative Geschäft der Aktiengesellschaft wird von der Proton Motor Fuel Cell in Puchheim getragen. Dort wurden über die vergangenen Jahre einige Pionierleistungen geleistet, darunter die Ausstattung des jeweils ersten Brennstoffzellen-Gabelstaplers und -Passagierschiffs sowie die Mitwirkung an der Triple-Hybridtechnik für Busse.

Heute gehören unter anderem leistungsstarke Systeme für Lkws, Busse und die unterbrechungsfreie Stromversorgung zum Programm. Im Juli dieses Jahres wurde ein Stack-Fertigungsroboter in Betrieb genommen, mit dem die erhofften steigenden Bestellvolumina effizienter abgearbeitet werden können. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Technik und diverse Kooperationen wie zuletzt mit dem Bushersteller Skoda Electric unterstützen diese Hoffnungen.

Wie bei vielen Konkurrenten auch, sind die bisherigen Umsätze zu niedrig, um die Forschungs- und Vertriebskosten zu tragen. Noch wird Geld verbrannt und regelmäßig muss Kapital eingeworben werden. Sobald jedoch das Absatzniveau eine Größenordnung annimmt, die für positive Cashflows sorgen kann, könnte der Aufwärtstrend wieder neuen Schub bekommen. Die eine oder andere Erfolgsmeldung wird dafür allerdings noch benötigt.

Deutsche Real Estate (+148 %): Solide Immobilien

Gerade im aktuellen Minuszinsumfeld geht es Immobiliengesellschaften gut. Sie können sich billiges Geld leihen und dann mit den Mieterträgen gute Renditen erwirtschaften. Zudem profitieren sie von den Wertsteigerungen ihrer Objekte. Die Aktie der Deutschen Real Estate notierte im Januar noch bei 4 Euro und ist im Jahresverlauf wunderbar auf 10 Euro nach oben gezogen.

Die Wurzeln des Unternehmens werden bis zur Gründung der Geestemünder Bank 1871 zurückverfolgt. Seit 1997 fokussieren sich die Vorgängerunternehmen auf Immobilien und Grundbesitz und seit 2001 liegt der Schwerpunkt auf Gewerbeimmobilien. Heute wird die Wertschöpfungskette vom Ankauf und der Entwicklung bis zur Verwaltung und Vermietung abgedeckt. Ende 2018 gehörten 28 Objekte in Deutschland zum eigenen Portfolio und 56 weitere des Hauptaktionärs Summit werden verwaltet.

Abgesehen von der positiven Neubewertung, die einen großen Effekt auf die Bilanz hat, ist die Ertragslage sehr stabil. Da das Eigenkapital die Marktkapitalisierung aktuell deutlich übertrifft, könnte die Aktie noch weiteres Potenzial haben, soweit das Investmentumfeld günstig bleibt. Wer sich für die Aktie interessiert, sollte sich allerdings bewusst sein, dass die Liquidität relativ gering ist. In dieser Branche gibt es zudem viele Gewinner, sodass sich vergleichen lohnt.

Eckert & Ziegler (+111 %): Strahlende Medizintechnik

Medizintechnik ist ein Dauerbrenner, der immer wieder bärenstarke Investmentgelegenheiten hervorbringt. Im Gegensatz zu Biotech, wo es bei kleineren Unternehmen oft um Alles oder Nichts geht, verfügen MedTech-Unternehmen in der Regel über zumindest ein erprobtes Produkt, das „nur“ noch seine internationale Marktakzeptanz ausweiten muss.

Die 1992 als BEBIG Isotopentechnik und Umweltdiagnostik gegründete Eckert & Ziegler hat diese Phase schon längst erfolgreich hinter sich gebracht und gehört heute zu den führenden Ausrüstern und Lieferanten von Radiologen. Auch Forschungslabore und die industrielle Radiometrie werden mit den Lösungen adressiert, sodass sich vielfältige Wachstumschancen ergeben bis hin zur Entsorgung von radioaktiven Stoffen.

Beschleunigt wird die Ausweitung des Lösungsspektrums durch regelmäßige Zukäufe. Anfang August wurde in China ein Joint Venture für Tumorbestrahlungsgeräte lanciert. Eckert & Ziegler wächst mit zweistelligen Raten, ist solide profitabel und zahlt jährliche Dividenden. Im Juli wurde die Gewinnerwartung auf 4 Euro pro Aktie angehoben, was natürlich wie Treibstoff auf die Aktie wirkte. Der Kurs von 129 Euro stellt vielleicht nicht gerade ein Schnäppchen dar, aber diese Aktie hat einen Lauf, der durchaus noch Luft nach oben hat.

Sollte man auf Gewinner setzen?

Es spielt keine Rolle, ob du auf die Gewinner der letzten Monate oder die Verlierer setzt. In beiden Fällen solltest du dir das Unternehmen genau ansehen und dir eine Meinung bilden, ob die Marktbewertung wirklich geringer ausfällt als deine eigene Einschätzung. Was wir allerdings aus der Vergangenheit lernen können, ist, die Muster besser zu lesen, die die zukünftigen Gewinner auszeichnen.

Gerade bei kleineren Unternehmen, bei denen es wenig Berichterstattung gibt, lassen sich immer wieder Perlen entdecken, in die es sich zu investieren lohnt. Mit etwas Recherche und der richtigen Idee könnte dein nächstes Investment eine Chartrakete wie eine der hier vorgestellten werden.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2019

Autor: Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst