In 3 Sätzen

  • MercadoLibre ist nicht mehr nur das eBay Lateinamerikas.
  • PayPal ist eine starke Fintech-Aktie, die gerade günstig zu haben ist. 
  • Der massive Trend zu programmatischer Werbung hat gerade erst begonnen und The Trade Desk ist bereit, davon zu profitieren.

Der Aufbau eines Portfolios von Einzelaktien kann schwierig sein. Wo soll man als Anfänger starten, wenn die Auswahl so riesig ist? Idealerweise wählt man als Erstes Aktien aus, die leicht zu verstehen sind, eine solide Erfolgsbilanz vorweisen können und über einen gewissen Rückenwind verfügen, der das Wachstum in den kommenden Jahren ankurbeln wird.

Wir haben drei erfahrene Investoren gebeten, eine Aktie auszuwählen, die als Grundpfeiler fürs Depot infrage kommt. Die Wahl fiel auf MercadoLibre (WKN: A0MYNP), PayPal (WKN: A14R7U) und The Trade Desk (WKN: A2ARCV).

MercadoLibre: Lateinamerikanisches Juwel

Brian Withers (MercadoLibre): MercadoLibre wurde 1999 als Plattform für Online-Verkäufe (ähnlich wie eBay) gegründet und hat sich in der lateinamerikanischen Region zu weit mehr als nur einer Plattform entwickelt. Heute besteht das Unternehmen aus sechs sich ergänzenden Geschäftsbereichen, die sich auf den elektronischen Handel konzentrieren. Dazu gehören ein Onlinemarktplatz, Fulfillment-Dienstleistungen, Software für die Verwaltung von Online-Shops, Zahlungen, Kreditdienstleistungen und Werbung. Diese sechs Bereiche machen MercadoLibre zur führenden E-Commerce- und Fintech-Plattform in der Region.

Das Coronavirus hat dem Unternehmen massiven Rückenwind verliehen und seinen Umsatz in den letzten zwei Jahren mehr als verdreifacht. Ermöglicht wurde dies durch das Wachstum seines Onlinemarktplatzes (in der Tabelle als verkaufte Artikel dargestellt) und seiner unglaublich beliebten Zahlungsplattform MercadoPago.

Kennzahl

Q3 2019

Q3 2021 

Steigerung 2021 ggü. 2019

Umsatz

603 Mio. US-Dollar

1,9 Mrd. US-Dollar

3,1x

Verkaufte Artikel

98 Millionen

260 Millionen

2,7x

Bezahlvorgänge

227 Millionen

866 Millionen

3,8x

Quelle: Mercadolibre

Aber dieses Unternehmen steht erst am Anfang. Heute leben in Lateinamerika 652 Millionen Menschen, von denen 407 Millionen Internetnutzer sind. Die Zahl der Online-Einkäufer ist mit 249 Millionen sogar noch geringer. Auf dem Marktplatz von MercadoLibre gibt es nur 79 Millionen aktive Käufer. Die Möglichkeit, über den derzeitigen Kundenstamm hinauszuwachsen, ist enorm.

Außerdem hat der E-Commerce in der Region starken Rückenwind, da das Onlineshopping immer beliebter wird. Laut Americas Market Intelligence beliefen sich die E-Commerce-Einkäufe im Jahr 2020 auf rund 193 Mrd. US-Dollar und bis 2024 wird ein Anstieg auf 580 Mrd. US-Dollar erwartet.

Schließlich wurde die Aktie vom Abrutschen der Technologiebranche mitgerissen und ist bei ihrer derzeitigen Bewertung ein Schnäppchen. Heute liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis mit 8,7 unter dem Wert von vor fünf Jahren. Einige Anleger mögen sich wegen der geopolitischen und Währungsrisiken in der Region Sorgen machen. Ich möchte diese Risiken nicht außer Acht lassen, aber als Gegenargument würde ich auf die mehr als zwei Jahrzehnte Erfolg verweisen, die der Gründer und CEO Marcos Galperin und sein langjähriges Managementteam in der Region haben.

Bei diesem Schnäppchenpreis ist die Aktie äußerst attraktiv. Sie wäre meine erste Wahl, um in die Welt der Investitionen zu starten.

PayPal: Vom Fintech-Boom profitieren

Will Healy (PayPal): Trotz seines frühen Einstiegs in den Fintech-Markt ist PayPal weiterhin konkurrenzfähig und innovativ. Das Zahlungsunternehmen hat nach eigenen Angaben mehr als 426 Millionen Konten in über 200 Ländern und wickelt Onlinetransaktionen sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen ab.

Darüber hinaus prognostiziert Research & Markets, dass die Fintech-Branche bis 2026 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 27 % wachsen und ein Volumen von über 31,5 Billionen US-Dollar erreichen wird. Das bedeutet, dass das Unternehmen trotz seiner globalen Präsenz über ein enormes Potenzial für weiteres Umsatzwachstum verfügt.

Außerdem ist PayPal weit über seine Funktion als Zahlungsabwicklungssystem hinausgewachsen. Seine soziale Zahlungsplattform Venmo hat nach eigenen Angaben mehr als 83 Millionen Nutzer, die sie zum Senden und Empfangen von Bargeld und zum Handel mit Kryptowährungen nutzen.

Diese Plattformen verhalfen PayPal zu einem Umsatz von 25,4 Mrd. US-Dollar im Jahr 2021, 17 % mehr als im Vorjahr. Geringere Nettogewinne aus strategischen Investitionen im Jahr 2021 führten jedoch dazu, dass der Nettogewinn in diesem Zeitraum um 1 % auf 4,2 Mrd. US-Dollar sank.

Außerdem rechnete PayPal mit einem Umsatzwachstum von nur 6 % im ersten Quartal, da Probleme in der Lieferkette und die Inflation das Transaktionsvolumen belasten. Darüber hinaus erklärte das Unternehmen, dass es der Steigerung des Umsatzes mit hochwertigen Kunden Vorrang vor der Gewinnung neuer Nutzer geben werde. Trotz der Prognosen von 15 bis 20 Millionen zusätzlichen Kunden in diesem Jahr stürzte die PayPal-Aktie am folgenden Handelstag um 25 % ab. In den letzten zwölf Monaten ist die PayPal-Aktie um über 55 % gefallen.

Die Geschäftsleitung geht jedoch davon aus, dass das Wachstum noch in diesem Jahr zurückkehren wird. Darüber hinaus hat PayPal seit der Abspaltung von eBay den S&P 500 deutlich übertroffen und ist seit dem Börsengang 2015 um rund 235 % gestiegen. Durch dieses Wachstum stieg die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf knapp über 140 Mrd. USD und ist damit fast viermal so groß wie die der ehemaligen Muttergesellschaft.

Außerdem wird das Unternehmen dank des niedrigeren Aktienkurses zum 35-Fachen des Gewinns gehandelt. Dies ist der niedrigste Gewinnmultiplikator seit fünf Jahren und liegt deutlich unter dem KGV von 105 von Block. Angesichts des Wachstumspotenzials und des reduzierten Aktienkurses könnten neue Anleger den 25%igen Absturz von PayPal als Kaufgelegenheit betrachten.

The Trade Desk: Neue Werbetechnologie

Danny Vena (The Trade Desk): Es war einmal, da versammelte sich die Familie abends um den Fernseher und schaute das, was auf den drei oder vier Kanälen zu sehen war. Damals war es einfach, Werbung zu machen, da die Vermarkter mit einem gefesselten Publikum in Kontakt kamen. Diese Zeiten sind vorbei und die Werbetreibenden können sich nicht mehr allein auf das Rundfunk- oder sogar das Kabelfernsehen verlassen, um das Publikum zu erreichen. Hier kommt The Trade Desk ins Spiel.

Programmatische Werbung ist die Spitze der digitalen Werbetechnologie, die es Vermarktern ermöglicht, ein Publikum zu erreichen, wo auch immer es sich befindet. The Trade Desk beherrscht diesen Bereich und verfügt über eine hochmoderne Plattform, die 12 Millionen Werbeeinblendungen und Quadrillionen von Permutationen pro Sekunde auswerten kann und Vermarktern dabei hilft, ihre Zielgruppe zu finden und mit ihr zu kommunizieren. Anstatt zu konkurrieren arbeitet The Trade Desk mit den weltweit führenden Werbeagenturen zusammen, um sich in der sich entwickelnden und äußerst komplexen Welt der digitalen Werbung zurechtzufinden.

Der drohende Tod des Drittanbieter-Cookies besorgt die Investoren im Bereich der digitalen Werbung. Doch The Trade Desk zeigt sich davon unbeeindruckt. Das Unternehmen hat die Abkehr von Cookies schon lange vorhergesehen und sich an die Spitze der Bemühungen gestellt, gezielte Werbung zu unterstützen und gleichzeitig die Privatsphäre der Verbraucher zu schützen.

Dazu hat das Unternehmen kürzlich seine Unified ID 2.0 eingeführt. Eine lange und beeindruckende Liste von Unternehmen und Werbetreibenden hat sich für die Plattform von The Trade Desk entschieden, die relevante Werbung liefert, ohne dass persönliche Daten erhoben werden müssen. 

Die Werbeindustrie ist in der Vergangenheit nur im Schneckentempo gewachsen, aber in diesem Jahr wird ein Anstieg um etwa 6,9 % auf 619 Mrd. US-Dollar erwartet. Das ist jedoch nicht die ganze Geschichte, denn einige Segmente der Branche wachsen viel schneller.

Die digitale Werbung wächst fast doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt und wird bis 2022 voraussichtlich um rund 14 % steigen. Programmatische Werbung, bei der ausgeklügelte Algorithmen und Hochgeschwindigkeitscomputer eingesetzt werden, um sicherzustellen, dass die Werbung die richtige Zielgruppe anspricht, ist das am schnellsten wachsende Segment der Branche und wird in diesem Jahr voraussichtlich um 19 % zulegen. Doch selbst im aktuellen Umfeld wächst The Trade Desk noch schneller.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2021 erwirtschaftete The Trade Desk einen Umsatz von 801 Mio. US-Dollar, 55 % mehr als im Vorjahr. Dies führte zu einem Nettogewinn von 129,7 Mio. US-Dollar und einem bereinigten Gewinn pro Aktie von 0,50 US-Dollar, was einer Steigerung von 61 % entspricht. Und das, obwohl das Unternehmen umfangreiche Investitionen in die Veröffentlichung von Solimar, seiner fortschrittlichsten Anzeigenhandelsplattform überhaupt, getätigt hat. 

The Trade Desk führt den Paradigmenwechsel in der Werbung an, da sich die Welt immer weiter von den alten Fernseh- und Kabelkanälen wegbewegt. Angesichts des riesigen adressierbaren Marktes und des Rückenwinds würde ich The Trade Desk als Grundpfeiler fürs Depot kaufen.

Der Artikel 3 starke Aktien, die ich kaufen würde, wenn ich mein Depot von Grund auf neu aufbauen müsste ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Brian Withers besitzt Aktien von Block, Inc., MercadoLibre und The Trade Desk. Danny Vena besitzt Aktien von Block, Inc., MercadoLibre, PayPal Holdings und The Trade Desk. Will Healy besitzt Aktien von Block, Inc und PayPal Holdings. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Block, MercadoLibre, PayPal Holdings und The Trade Desk. Dieser Artikel erschien am 13.2.2022 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2022

Autor: Danny Vena, The Motley Fool beitragender Investmentanalyst


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