Wichtige Punkte vorab:

  • Es gibt immer mehr Warnzeichen, die auf einen bevorstehenden Crash oder eine steile Korrektur hindeuten.
  • Dividendenaktien sind in der Regel profitabel und bewährt, was sie zu einem idealen und sicheren Investment macht.
  • Diese drei Aktien bieten eine sinnvolle Kombination aus Wachstum und Wert.

Die Geduld der Anleger hat sich seit Beginn der Coronavirus-Pandemie ausgezahlt. Obwohl der S&P 500 im ersten Quartal 2020 in etwa einem Monat ein Drittel seines Wertes verlor, hat er sich seitdem mehr als verdoppelt.

Zweistellige Korrekturen und Börsencrashs sind jedoch beim Investieren ganz normal. Derzeit sieht es ganz so aus, als würde der S&P 500 nach unten driften.

Der Rückgang scheint bevorzustehen

So erreichte beispielsweise der Margin Debt Anfang des Jahres ein Allzeithoch und stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 60 %. Margin Debt beschreibt den Betrag, der mit Zinsen geliehen wird, um Wertpapiere zu kaufen oder leerverkaufen zu können. Seit 1995 gab es nur zwei weitere Fälle, in denen die ausstehenden Margenschulden in einem Jahr um mindestens 60 % gestiegen sind: kurz vor dem Platzen der Dot-Com-Blase und wenige Monate vor Beginn der Finanzkrise.

Abgesehen von den Margin-Schulden gibt es auch Bewertungsbedenken. Zugegebenermaßen haben das Internet und die Abschaffung der Kommissionsgebühren dazu beigetragen, dass die Bewertungen im letzten Vierteljahrhundert gestiegen sind. Dies ändert jedoch nichts daran, dass sich das Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 in einem seltenen Bereich befindet.

Mitte November schloss das Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis, das die inflationsbereinigten Gewinne der letzten zehn Jahre anzeigt, zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten über 40. Abgesehen davon, dass dieser Wert weit mehr als doppelt so hoch ist wie der 151-Jahres-Durchschnitt, hat der S&P 500 in den letzten vier Fällen, in denen das Shiller-KGV über 30 lag, mindestens 20 % seines Wertes verloren.

Selbst die Vergangenheit deutet darauf hin, dass der Markt noch weiter fallen wird. Nach jedem der letzten acht Tiefststände in Bärenmärkten, die bis 1960 zurückreichen, musste der S&P 500 innerhalb von 36 Monaten einen oder zwei Rückgänge von mindestens 10 % hinnehmen. Dies zeigt den Anlegern, dass die Erholung von einem Bärenmarkt ein Prozess ist, der oft nicht ganz glatt läuft. Bislang ist die Erholung seit dem Tiefpunkt der Pandemie praktisch geradlinig nach oben verlaufen.

Also: Alle Anzeichen scheinen auf einen bevorstehenden Crash oder eine erhebliche Korrektur hinzudeuten.

Der perfekte Zeitpunkt, Dividendenaktien zu kaufen

Andererseits waren Crashs und Korrekturen für langfristige Anleger schon immer eine Gelegenheit, günstig großartige Unternehmen zu kaufen. Schließlich wurde jeder Absturz oder jede Korrektur bislang durch eine Hausse wettgemacht.

Der vielleicht klügste Weg zu Reichtum während eines Crashs oder einer größeren Korrektur ist der Kauf von Dividendenaktien. Unternehmen, die regelmäßig eine Dividende ausschütten, sind oft profitabel und haben sich bewährt. So sind sie perfekt geeignet, um kurzfristige Abwärtsbewegungen am Aktienmarkt zu überstehen.

Sollte es zu einem Absturz oder einer starken Korrektur kommen, wären die folgenden drei starken Dividendenaktien eine kluge Wahl.

AGNC Investment Corp.: 8,9 % Rendite

An erster Stelle steht der extrem renditestarke Hypotheken-Immobilien-Investment-Trust (REIT) AGNC Investment Corp. (WKN: A2DYC5). AGNC schüttet derzeit jährlich fast 9 % aus und hat in elf der letzten zwölf Jahre im Durchschnitt eine zweistellige Rendite erzielt.

Hypotheken-REITs wie AGNC Investment sind sehr zinsempfindlich. Ihr Ziel ist es, kurzfristig Geld zu einem möglichst niedrigen Zinssatz zu leihen und gleichzeitig hypothekarisch gesicherte Wertpapiere (MBS) zu erwerben, die langfristig eine höhere Rendite abwerfen. Die Differenz zwischen der durchschnittlichen Rendite der MBS und dem durchschnittlichen Kreditzins wird als Nettozinsspanne bezeichnet. Je größer diese Marge ist, desto rentabler können Hypotheken-REITs sein.

Ein Blick in die Geschichte zeigt: Wenn sich die US-Wirtschaft von einer Rezession oder einer Baisse erholt, wird die Renditekurve der Staatsanleihen in der Regel steiler. Die Renditen von Anleihen mit langer Laufzeit steigen, während die kurzfristigen Renditen abflachen oder sinken. Dieses Szenario lässt die Nettozinsmarge für Hypotheken-REITs tendenziell steigen.

Darüber hinaus kauft AGNC fast ausschließlich Agency-backed MBS. Eine Agency-Anlage ist im Falle eines Ausfalls durch die US-Bundesregierung geschützt. Dieser zusätzliche Schutz senkt zwar die Rendite, die AGNC auf seine MBS erzielt, ermöglicht es dem Unternehmen aber auch, die Hebelwirkung zu nutzen, um sein Gewinnpotenzial zu erhöhen.

Da AGNC Investment Corp. nur geringfügig unter dem Buchwert gehandelt wird und in den Sweet Spot seines Wachstumszyklus eintritt, ist es ein perfektes Beispiel für eine schlaue Dividendenaktie, die man im Crash kaufen sollte.

Bristol Myers Squibb: 3,3 % Rendite

Eine weitere Dividendenaktie, die Anleger während eines Crashs oder einer Korrektur getrost kaufen können, ist das Pharmaunternehmen Bristol Myers Squibb (WKN: 850501).

Das Tolle an Aktien aus dem Gesundheitswesen ist, dass sie im Allgemeinen immun gegen kurzfristige Marktschwankungen sind. Da wir nicht kontrollieren können, wann wir krank werden oder welche Zipperlein wir bekommen, gibt es eine dauerhafte Nachfrage nach Medikamenten, Geräten und Gesundheitsdienstleistungen.

Was Bristol Myers Squibb betrifft, so profitiert das Unternehmen von einer guten Kombination aus organischem und anorganischem Wachstum. Zu Letzterem gehörte die Übernahme des Krebs- und Immunologieherstellers Celgene vor zwei Jahren. Obwohl diese Übernahme eine Reihe von Blockbuster-Therapien und Dutzende von Partnerschaften in der klinischen Phase einbrachte, ist es das Multiple-Myelom-Medikament Revlimid, das ausschlaggebend ist.

Die Umsätze von Revlimid sind seit mehr als einem Jahrzehnt sprunghaft angestiegen. Das ist auf die Ausweitung des Anwendungsgebiets, eine längere Anwendungsdauer, eine verbesserte Krebsfrüherkennungsdiagnostik und eine starke Preismacht zurückzuführen. Dieses wichtige Medikament dürfte im Jahr 2021 einen Jahresumsatz von 13 Mrd. US-Dollar erzielen und ist bis Januar 2026 vor Generikakonkurrenten geschützt.

Aus organischer Sicht hat Bristol Myers Squibb mit seinen Onkologie- und Herz-Kreislauf-Produkten immer wieder Volltreffer gelandet. Der orale Gerinnungshemmer Eliquis sollte in diesem Jahr einen Jahresumsatz von über 10 Mrd. US-Dollar erzielen. Die Krebsimmuntherapie Opdivo brachte im vergangenen Jahr 7 Mrd. US-Dollar ein. Opdivo ist besonders reizvoll, da es in Dutzenden von Studien im klinischen Stadium als Kombinations- oder Monotherapie untersucht wird. Da Opdivo bereits für zehn Indikationen zugelassen ist, kann man davon ausgehen, dass sein Anwendungsgebiet mit der Zeit erweitert wird.

Bristol Myers Squibb ist bei einer Bewertung von weniger als dem Achtfachen der von der Wall Street für 2022 geschätzten Gewinne ein absolutes Schnäppchen.

Innovative Industrial Properties: 2,1 % Rendite

Eine dritte schlaue Dividendenaktie im Crash ist der auf Cannabis fokussierte REIT Innovative Industrial Properties (WKN: A2DGXH).

Innovative Industrial Properties, kurz IIP, erwirbt Anlagen zum Anbau und zur Verarbeitung von medizinischem Marihuana mit dem Ziel, diese Anlagen über einen längeren Zeitraum (oft 10 bis 20 Jahre) zu vermieten. Während das Unternehmen seine Einnahmen in erster Linie durch Übernahmen steigert, bietet IIP auch bescheidenes organisches Wachstum. Jedes Jahr gibt das Unternehmen eine inflationsbedingte Mieterhöhung weiter und erhebt eine Verwaltungsgebühr von 1,5 %, die auf dem jährlichen Mietpreis basiert.

Mit Stand 3. November besaß IIP 76 Immobilien mit einer vermietbaren Fläche von 7,5 Millionen Quadratfuß in 19 Bundesstaaten. Die wichtigste Zahl in diesem Zusammenhang ist, dass 100 % der vermietbaren Fläche vermietet sind, mit einer gewichteten durchschnittlichen Restmietdauer von 16,7 Jahren. Obwohl das Unternehmen seine durchschnittliche Rendite auf das investierte Kapital nicht mehr ausweist, würde ich vermuten, dass es weniger als sieben Jahre dauern wird, bis IIP seine Investitionen vollständig zurückerhalten hat.

Am besten gefällt mir bei Innovative Industrial Properties das Sale-Leaseback-Programm. Da viele Marihuana-Unternehmen in den USA aufgrund des bundesweiten Verbots von Marihuana mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen haben, hat sich IIP zu einer Art Geldgeber entwickelt. Im Rahmen des Sale-Leaseback-Programms kauft IIP Anlagen mit Bargeld und vermietet diese Vermögenswerte sofort an den Verkäufer zurück. Auf diese Weise erhalten die Pot-Unternehmen die dringend benötigte Liquidität und das IIP sichert sich gleichzeitig einen langfristigen Mieter.

Ein letzter Hinweis: Nicht von der Rendite von Innovative Industrial Properties von 2,1 % enttäuschen lassen. IIP hat seine vierteljährliche Ausschüttung in vier Jahren um 900 % gesteigert und die Aktien des Unternehmens haben um fast 1.400 % zugelegt. Geduldige Anleger sehen, dass es hier in die richtige Richtung geht.

Der Artikel 3 starke Dividendentitel, falls der Crash kommt ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Sean Williams besitzt keine der angegebenen Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Bristol Myers Squibb und Innovative Industrial Properties. Dieser Artikel erschien am 13.11.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Sean Williams


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