Der strauchelnde Immobilienkonzern Evergrande drückt bei den Bauarbeiten aufs Tempo. In diesem Monat sollen 39.000 Wohneinheiten fertig gestellt werden, kündigte das chinesische Unternehmen an.

In den letzten drei Monaten waren nur jeweils 10.000 Einheiten fertiggestellt worden. Wie Bloomberg berichtet, rollen die Bagger auf 92 Prozent aller offenen Baustellen inzwischen wieder. Jedes Jahr arbeiten Medienberichten zufolge vier Millionen Menschen auf Evergrandes Baustellen.

Die Börse reagierte am Dienstag erleichtert auf die Ankündigung. Die Aktie von Evergrande konnte im Handel in Hong Kong um fast zehn Prozent zulegen. Auf Jahressicht stehen die Papiere jedoch rund 90 Prozent im Minus.

Das Bauunternehmen steht weiter vor großen finanziellen Herausforderungen. Im kommenden Jahr werden Anleihe-Zahlungen in Höhe von 7,4 Milliarden US-Dollar fällig. Bereits am Dienstag steht eine Kupon-Zahlung in Höhe von 255 Millionen US-Dollar an.

Evergrandes Schuldenberg beträgt 300 Milliarden US-Dollar. Zuletzt musste das Unternehmen zwei Zahlungsfristen für ausländische Anleihen verstreichen lassen. Auch Evergrandes Konkurrent Kaisa war in Zahlungsschwierigkeiten geraten. 

In die Umstrukturierung des hochverschuldeten Unternehmens sind auch staatliche Stellen involviert. Ziel ist es, die möglichen Folgen einer Pleite für die Wirtschaft unter Kontrolle zu behalten. Manche Experten befürchten, dass eine Insolvenz von Evergrande weitreichende Folgen haben könnte. Schon jetzt zeichnet sich Berichten zufolge ein Rückgang bei Immobilienpreisen und Investitionen ab. 

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion


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