Warst du schon mal ganz kurz davor, unter die Aktienbesitzer zu gehen, und hast im letzten Moment dann doch die Finger von der „komplizierten Börse“ gelassen? Kein Problem! Ich kann verstehen, dass man als blutiger Anfänger im ersten Moment nur Bahnhof versteht. Ich kann sogar akzeptieren, wenn man sich das bunte Treiben lieber von der Seitenlinie aus ansieht, anstatt sich auf ein Gebiet zu begeben, von dem man im Grunde keine Ahnung hat.

„Das Risiko besteht darin, dass man nicht weiß, was man tut.“ Ein Zitat von Warren Buffett, dem ich durchaus zustimmen würde. Aber sind deshalb alle Aktien nur etwas für eingefleischte Profis? Ich finde, die Aktien von Henkel (WKN:604840), Siemens (WKN:723610), Alphabet (WKN:A14Y6F), Deutsche Post (WKN:555200) und Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) eignen sich auch für Anfänger.

1. Henkel

Henkel ist vielleicht nicht jedem angehenden Investor ein Begriff. Marken wie Persil, Pril, Somat, Schwarzkopf oder Schauma könnte man allerdings schon einmal im örtlichen Drogeriemarkt gesehen haben. Gut möglich, dass man einige Produkte des Düsseldorfer Konsumgüterherstellers sogar im Haus hat. Irgendwo müssen die beinahe 20 Mrd. Euro Umsatz 2018 ja hergekommen sein.

Mit der Aktie des 1876 gegründeten Unternehmens hätte man nicht nur einen echten Klassiker im Depot, sondern auch einen fleißigen Dividendenzahler. Die Dividendenrendite von etwa 2 % (2018) wird vermutlich keine Luftsprünge auslösen. Dass die Dividende 2018 mehr als drei Mal so hoch war wie 2009, dürfte trotzdem über kurz- bis mittelfristige Kursschwächen hinweggetröstet haben.

Vorteile für Anfänger: Unkompliziertes Geschäftsmodell, Dividenden schonen die Nerven in Schwächephasen, etablierter Klassiker.

2. Siemens

Wenn ich Henkel den Klassikerorden verleihe, dann darf ich bei Siemens keine Ausnahme machen. Mit einer Firmenhistorie von über 150 Jahren im Rücken werkelt der Urberliner Technologiekonzern unter anderem an Kraftwerkstechnik, Schienenfahrzeugen, Turbinen und Generatoren.

Auch wenn die vielfältigen Geschäftsfelder des Mischkonzerns für den uninformierten Investor auf den ersten Blick schwer zu greifen sein dürften, macht die Aktie meiner Meinung nach vor allem dann eine gute Figur im Depot, wenn man einen Technologie-Allrounder haben möchte, der bereits über mehrere Generationen (und zwei Weltkriege) hinweg erfolgreich am Markt besteht.

Vorteile für Anfänger: Erwachsener Technologie-Allrounder ohne Startup-Allüren, Dividenden schonen die Nerven in Schwächephasen, etablierter Klassiker.

3. Alphabet

Die Alphabet-Aktie wusste noch vor Kurzem als Google-Aktie alle Börsenrekorde zu brechen. Die Google-Suchmaschine dürften viele kennen. Aber auch das mobile Betriebssystem Android haben wir dem umtriebigen IT-Unternehmen aus Mountain View zu verdanken.

Für mich ist die Alphabet-Aktie vor allem deshalb ein Selbstläufer, weil der Marktanteil der Google-Suche seit vielen Jahren hartnäckig an der Marke von 90 % klebt. Auch wenn es viele gut gemachte Konkurrenten gibt, scheint sich Alphabet als Monopolist auf dem Suchmaschinenmarkt festgebissen zu haben.

Vorteile für Anfänger: Quasi-Monopolist, (in weiten Teilen) unkompliziertes Geschäftsmodell.

4. Deutsche Post

Wenn du an E-Commerce denkst, dann hast du sicher sofort Unternehmen wie Amazon (WKN:906866) oder Zalando (WKN:ZAL111) im Kopf. Zu Recht, wie ich finde. In den letzten 20 Jahren hat sich mein Alltag durch nichts so sehr verändert wie durch E-Commerce.

Wer E-Commerce spannend findet, sich aber nicht für einen bestimmten Händler entscheiden kann, der könnte sich auch einfach die Deutsche Post ins Depot holen. 2018 transportierte die Deutsche Post 273 Mio. Amazon-Pakete durch Deutschland und dürfte somit ebenfalls eine wichtige Figur auf dem E-Commerce-Schachbrett sein.

Vorteile für Anfänger: Unkompliziertes Geschäftsmodell, Dividenden schonen die Nerven in Schwächephasen, etablierter Klassiker.

5. Berkshire Hathaway

Ich „belästige“ meine Leser gerne mit Zitaten von Warren Buffett. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil der Altmeister gerade für Anfänger viele Börsenweisheiten im Gepäck hat, die einfach zu verstehen und anzuwenden sind.

Aber Warren Buffett ist nicht nur Börsenguru, sondern leitet auch die Geschäfte einer Holding mit dem Namen Berkshire Hathaway. Wenn man glaubt, dass sich Buffetts Weisheiten auch in den Aktienkäufen seiner Holding widerspiegeln, kann man meiner Meinung nach auch direkt die Berkshire-Aktie kaufen, sich zurücklehnen und die jährlichen (mit Weisheiten vollgestopften) Börsenbriefe genießen.

Vorteile für Anfänger: Transparentes Weltklasse-Management, viele handverlesene Unternehmen im Paket, etablierter Klassiker.

Wer will schon schwierige Aktien?

Mit Nanopartikeln und Krebsmedikamenten werden sehr wahrscheinlich traumhafte Renditen erzielt. Wäre ich Physiker oder Mediziner, dann hätte ich vermutlich auch die notwendigen Kenntnisse, die mir eine fachkundige Aktienauswahl in diesen Gebieten erlauben würden. Mit derlei Kenntnissen im Rücken würde ich vermutlich auch solche Aktien als einfach empfinden, die für die meisten Investoren als eher kompliziert gelten.

Für mich steht fest, dass Klassiker mit einer Historie von über 150 Jahren irgendetwas richtig machen müssen. Das bedeutet nicht, dass nicht auch solche Unternehmen vom Markt verschwinden können. Trotzdem empfinde ich Unternehmen mit wenigen Jahren Markterfahrung oft als eher schwierig.

Aktien von Unternehmen, deren Produkte ich aus meinem beruflichen und privaten Alltag sehr gut kenne, empfinde ich ebenfalls als einfach. Meiner Meinung nach geht nichts über Unternehmen, die Produkte herstellen, denen man aus persönlicher Erfahrung die Marktführerschaft bescheinigt.

Meine Obsession mit fleißigen Dividendenzahlern ist eher speziell. Langfristige Kursschwächen nerven mich bei den Aktien meiner Wahl vielleicht etwas weniger als andere Investoren. Aber noch viel weniger nerven diese Aktien, wenn ich weiß, dass ich im Zweifel mit einer soliden Dividende entschädigt werde.

Am Ende muss jeder selbst entscheiden, welche Aktie die Grenze von einfach zu schwierig überschreitet. Wo ist deine Grenze?

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien), Amazon und Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool empfiehlt Zalando.

Motley Fool Deutschland 2019

Autor: Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst