2018 war für die United Internet (WKN: 508903)-Aktie kein gutes Jahr. Vom Hoch im Februar verlor sie bis heute mehr als 39 % (18.12.2019). Auch wenn für 2018 ein Umsatzwachstum erwartet wird, orientiert sich der Markt am gesamten Konzernergebnis. Und dieses sank in den ersten drei Quartalen 2018 um 63,2 %.

Gut, jetzt wissen wir, warum die Aktie gefallen ist, aber warum ist der Gewinn gesunken und warum ist das Unternehmen dennoch derzeit interessant? Dies alles erfährst du hier.

1. Nur Sondereffekte belasten das Ergebnis

Der Markt orientiert sich meist an der kurzfristigen Gewinnentwicklung, betrachtet aber kaum die Ursachen und die wirkliche operative Entwicklung. Schauen wir uns die Zahlen der ersten drei Quartale 2018 im Detail an. Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis um 10,2 % und in absoluten Zahlen um 26,8 %. Die Anzahl der kostenpflichtigen Kundenverträge wuchs um 1,28 %. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Sondereffekten stieg auf vergleichbarer Basis um 10,5 % und in absoluten Zahlen um 27,8 %. Kein schlechtes Ergebnis und insgesamt wächst United Internet also gesund weiter.

Aber was belastete den Gewinn? Letztendlich waren es die Umstellung auf die Bilanzierung IFRS15, die Konsolidierung der Übernahmen von Strato und Drillisch aus dem Jahr 2017 sowie Abschreibungen auf Tele Columbus (WKN: TCAG17)-Aktien. Wenn der Kurs der Tele-Columbus-Aktie aber wieder steigt, kann United Internet diesen auch wieder als Gewinn verbuchen. Zudem fiel der Gewinn aufgrund von M&A-Effekten im Vorjahr außergewöhnlich hoch aus. Ohne alle Sondereffekte stieg der Gewinn je Aktie sogar um 8,6 %.

2. Langfristig auf Wachstumskurs

Nicht nur die jüngsten Zahlen zeigen, dass United Internet weiterhin auf Wachstumskurs ist. So sind auch im Zeitraum 2008 bis 2017 der Umsatz von 1.650 auf 4.206 Mio. Euro und das Ergebnis von minus 121 auf plus 650 Mio. Euro gestiegen.

Im gleichen Zeitraum lag die Nettomarge außer im Verlustjahr 2008 immer zwischen 4,5 und 16,87 % und die Gesamtkapitalrendite zwischen 4,5 und 23,08 %, was sehr gute Werte sind. Zudem besitzt United Internet mit einer Eigenkapitalquote von über 54 % eine solide Bilanz. Zu beachten ist aber, dass es in konjunkturschwachen Zeiten (auch aufgrund der Abhängigkeit von Werbung) immer wieder zu stärkeren Gewinn- und Kurseinbrüchen kommt.

3. Aktie deutlich günstiger geworden

Okay. United Internet ist also offensichtlich ein gutes Unternehmen, aber die Irrationalität der Masse macht auch vor dieser Aktie nicht halt. Lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis 2017 noch bei 17,6, wird für 2019 ein Multiplikator von 13,6 erwartet. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt heute bei 1,7. Im Jahr 2015 stand es bei fast 10. Und während die Dividendenrendite Ende 2017 noch bei 1,4 % lag, beträgt sie für 2019 gute 2,86 % (18.01.2019).

4. Positive Aktionärsstruktur

Was mir an United Internet am besten gefällt, ist die hohe Beteiligung des Vorstandsvorsitzenden Ralph Dommermuth. Er hält weiterhin 40 %, was einem Wert von fast 3 Mrd. Euro entspricht. Dies schafft Vertrauen bei den Aktionären und zeigt, wie er weiterhin hinter dem Unternehmen steht und an die Zukunft glaubt.

5. Auch weiterhin gute Aussichten

United Internet ist zwar über die vergangenen Jahre schon stark gewachsen, aber durch die Möglichkeit, die Produkte und Dienste auch sehr gut im Ausland zu verkaufen, besteht noch mehr Potenzial. Hinzu kommt die mittlerweile sehr gute Marktstellung in Deutschland, die hohe Vertriebskraft und Erfahrung.

Foolishes Fazit

Die Aktionäre haben auf die kurzfristige Gewinnentwicklung reagiert, wodurch die Wertpapiere nun deutlich günstiger geworden sind. Zwar gibt es keine Garantien für die Zukunft und die kurzfristige Kursentwicklung, aber bereits für 2019 fallen die Gewinnprognosen wieder besser aus. Dies könnte früher oder später auch wieder zu höheren Kursen führen.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt United Internet.

Motley Fool Deutschland 2019

Autor: Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst