Unilever will die Konsumsparte des britischen Pharmariesen GSK übernehmen, bislang ohne Erfolg. Angeblich soll das Angebot nochmal nachgebessert werden. Die Börse sieht das skeptisch und schickt die Aktie auf Talfahrt.

Beide Unternehmen hatten am Samstag bestätigt, dass Unilever ein Übernahmeangebot für die Consumer Health Sparte von GlaxoSmithKline (GSK) in Höhe von 50 Milliarden Pfund abgegeben hat. GSK hat die Offerte als "fundamental unterbewertet" abgelehnt. Das Unternehmen möchte die Sparte stattdessen an die Börse bringen.

Die Unilever-Aktie rutschte am Montag zeitweise acht Prozent ins Minus.

Die Konsumsparte von GSK trug mit zehn Milliarden Pfund zuletzt ein Drittel zum Umsatz des Konzerns bei. Es war bereits das dritte Angebot von Unilver für den lukrativen Geschäftsbereich des Konkurrenten, zu dem bekannte Marken wie Dr. Best, Voltaren und Sensodyne gehören.

Der Konsumgüterkonzern will sich in dem schnell wachsendem Gesundheitsbereich verstärken. Analysten der Bank of America (BofA) schreiben dazu in einem Bericht vom Montag: "Unilever hat sich schwer getan, seinen Umsatz zu steigern, was zumindest teilweise auf ein Management zurückzuführen ist, das sich zu sehr auf die Rentabilität konzentriert und nicht bereit ist, mehr zu investieren."

Um den Deal tatsächlich zu finalisieren, sei ein Angebot von mindestens 55 Milliarden Pfund nötig, schreibt Berenberg-Analyst James Targett. Die Strategie des Managements zeige, dass Unilever derzeit nur wenig Potenzial sehe, mit dem aktuellen Portfolio weiter zu wachsen.

Sowohl die Bank of America als auch die Berenberg Bank raten aktuell zum Halten der Unilever-Aktie.

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion

 


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