Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen in Deutschland hat einer Umfrage zufolge mit dem Thema Fachkräftemangel zu kämpfen. In einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen antworteten 87 Prozent der 1700 befragten Unternehmen, sie spürten die Auswirkungen des Problems.

Mehr als ein Drittel der Befragten sieht darin demnach eine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit. Mehr als die Hälfte fürchtet das steigende Risiko brechender Wertschöpfungsketten. 82 Prozent der Unternehmen bezeichneten den Aufwand zur Neubesetzung von Stellen als hoch oder sehr hoch.

«Bedrohung für den Standort Deutschland»

«Der Mangel an qualifizierten und mittlerweile an Mitarbeitern überhaupt ist neben Rohstoff- und Energieknappheit die dritte Bedrohung für den Standort Deutschland», sagte Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. Die Betriebe reagierten vor allem mit Anstrengungen für Weiterbildung ihres Personals sowie mit besserer Bezahlung und flexibleren Arbeitszeiten.

Von der Politik wünschen sich die Unternehmen ein Maßnahmenpaket, das besonders die Förderung von Ausbildungsberufen, etwa durch bessere Berufsbildung an Schulen umfassen soll (88 Prozent Zustimmung). Die Zuwanderung von Fachkräften sollte erleichtert und ihre Abschlüsse sollten einfacher anerkannt werden (74 Prozent Zustimmung). Zudem wünschten sich insbesondere viele der 1300 Familienunternehmen, die an der Befragung teilnahmen, dass ältere Menschen länger arbeiten können und nicht berufstätige Frauen Anreize erhalten, eine bezahlte Beschäftigung aufzunehmen.

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