FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Sorgen wegen einer sich ausbreitenden Virus-Lungenkrankheit in China haben den Dax <DE0008469008> zuletzt nur leicht belastet. Der deutsche Leitindex konnte am Dienstag seine im frühen Handel erlittenen Verluste deutlich eindämmen und stand am frühen Nachmittag noch 0,13 Prozent tiefer bei 13 531,62 Punkten. Damit entfernte sich das Börsenbarometer wieder ein Stück weit von seinem rund zwei Jahre alten Rekordhoch bei 13 596 Punkten.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Börsenwerte stoppte seine jüngste Rekordjagd und verlor 0,33 Prozent auf 28 716,45 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> stand 0,54 Prozent im Minus.

Der Blick der Anleger ging nach Fernost: Mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag wächst die Gefahr einer Übertragung des Lungenvirus'. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief wegen der Erkrankungen ihren Notfallausschuss ein. Die WHO-Experten sollen am Mittwoch darüber beraten, ob eine Gesundheitsnotlage ausgerufen werden soll. Diese empfehlen auch Maßnahmen wie etwa Grenzkontrollen, die möglicherweise ergriffen werden sollten.

Aus charttechnischer Sicht werde die jüngste Aufwärtsbewegung des Dax durch vergangene Kursmarken weiter verzögert, schrieben die Experten von Index-Radar. Anleger sollten sich davon aber nicht allzu sehr verunsichern lassen. Problematisch werde es erst, wenn der Markt wieder deutlich unter die 13 000er-Marke fallen würde.

Am Dax-Ende büßten die Aktien der Lufthansa <DE0008232125> 2,54 Prozent ein. Der Ausbruch des Lungenvirus könnte die Nachfrage nach Dienstleistungen und insbesondere nach Reiseangeboten erheblich schmälern, schrieb Analyst Stephen Innes vom Handelshaus Axicorp.

Sonst richtete sich das Augenmerk der Anleger auf Werte aus der zweiten oder dritten Reihe. So reduzierte der im Nebenwerte-Index SDax <DE0009653386> gelistete Baumaschinenhersteller Wacker Neuson <DE000WACK012> erneut seine Gewinnprognose. Im Rahmen einer Vorratsbereinigung in Nordamerika sei es zu umfangreichen Abverkäufen von Neumaschinen und Abwertungen von Rohmaterialien gekommen, hieß es. Die Aktien sackten als Schlusslicht im Index um fast 8 Prozent ab.

Schlechte Nachrichten kamen auch von der Heidelberger Druckmaschinen AG <DE0007314007>: Der Druckmaschinenhersteller senkte seine Erwartungen an das Gesamtjahr. Hintergrund sind schlechte Geschäfte in wichtigen europäischen Märkten im dritten Geschäftsquartal, woran sich zunächst nach Einschätzung des Unternehmens nichts ändern wird. Die Papiere knickten um mehr als 6 Prozent ein.

Im MDax sicherten sich die Aktien von Hugo Boss <DE000A1PHFF7> mit einem Plus von rund 6 Prozent den ersten Platz. Eine überraschend gute Geschäftsentwicklung im wichtigen Weihnachtquartal verlieh den Papieren des Modeunternehmens Rückenwind.

Der Eurokurs <EU0009652759> notierte zuletzt bei 1,1117 US-Dollar. Gestützt wurde die Gemeinschaftswährung durch wirtschaftliche Hoffnungszeichen aus Deutschland. So sind die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung im Januar überraschend auf den höchsten Stand seit Juli 2015 gestiegen. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1085 (Freitag: 1,1108) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9021 (0,9003) Euro gekostet.

Am Anleihemarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,25 Prozent am Vortag auf minus 0,26 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,06 Prozent auf 143,91 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> legte um 0,05 Prozent auf 171,73 Punkte zu./la/fba

- Von Lutz Alexander, dpa-AFX -