STUTTGART (dpa-AFX) - Hohe Abschreibungen in Brasilien haben den Pharmahändler Celesio ( CELESIO Aktie) deutlich in die roten Zahlen gedrückt. Unterm Strich stand im ersten Quartal ein Minus von 222 Millionen Euro, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Celesio noch einen Gewinn von 43 Millionen erzielt. Die brasilianischen Tochterunternehmen stehen derzeit zum Verkauf, Celesio hatte das Geschäft deshalb neu bewertet. Die Prognose passt der Konzern deshalb ebenfalls an.

Auch im laufenden Geschäft blieb aber nicht mehr so viel hängen wie im Vorjahr. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) sank um ein Fünftel auf knapp 79 Millionen Euro. Grund für den Rückgang seien unter anderem Preissenkungen in Großbritannien und schwache Marktbedingungen in Frankreich, heißt es in der Mitteilung. In Norwegen habe das Unternehmen zudem einen Liefervertrag mit einem Krankenhausbetreiber verloren. Bereits im Mai hatte Celesio ein Umsatzplus von 5,6 Prozent auf 5,27 Milliarden Euro gemeldet.

Wegen der Neubewertung des Brasiliengeschäfts passt Celesio auch seine Ebit-Prognose für das Geschäftsjahr 2016 an, senkt sie aber nach Angaben eines Sprechers nicht. Ursprünglich hatte Celesio beim bereinigten Ebit das Niveau von 2014 als Ziel ausgegeben. Vor der Neubewertung der brasilianischen Töchter lag dies für 2014 bei 411 Millionen Euro. Durch die Neuberechnung ändere sich der Wert aber rückwirkend auf rund 440 Millionen Euro, sagte der Sprecher. Im neuen Ausblick erwartet der Konzern deshalb ein bereinigtes Ebit deutlich unter dem Niveau von 2014. "In absoluten Zahlen bleibt die Prognose aber gleich", betonte der Sprecher.

Celesio gehört seit dem vergangenen Jahr zu mehr als drei Vierteln dem US-Pharmahändler McKesson. Weil Celesio den Rhythmus seiner Finanzberichte an den neuen Eigentümer anpasst, weisen die Stuttgarter das erste Quartal als Rumpfgeschäftsjahr 2015 aus. Derzeit wird das Unternehmen von der Börse genommen und dürfte im September aus dem MDax verschwinden. Weltweit arbeiten mehr als 38 000 Menschen für den Pharmahändler./fri/jha/fbr