BERLIN (dpa-AFX) - Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat sich gegen die geplante Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer ausgesprochen. Diese wäre eine "unverhältnismäßige Belastung der Reisenden, der Grenzbehörden und der Tourismuswirtschaft", sagte Weidel am Mittwoch. Sie sprach von einer Verunsicherung der Urlauber, die endlich aufhören müsse.

Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion kritisierte auch, dass für Geimpfte und Genesene nach einem Aufenthalt in einem ausländischen Gebiet mit hohen Infektionszahlen aktuell nicht die gleichen Quarantäne-Regeln gelten wie für alle anderen Einreisenden. "Die Quarantänebefreiung von Geimpften und Genesenen benachteiligt Gesunde und setzt sie so weiterem Impfdruck aus", sagte Weidel.

Zum Schutz vor einer Corona-Ausbreitung nach den Sommerferien müssen sich Urlauber auf erweiterte Testpflichten bei der Rückkehr nach Deutschland gefasst machen. Die Bundesregierung stimmt derzeit eine Neuregelung ab. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) streben eine schnelle Ausweitung der Testpflichten an. Nach den Vorstellungen Spahns und Seehofers sollte künftig grundsätzlich ein Test verlangt werden: nicht nur wie bisher von Flugreisenden, sondern egal, von wo und mit welchen Verkehrsmitteln man kommt - also etwa auch mit dem Auto aus Nachbarländern. Stationäre Grenzkontrollen soll es aber nicht geben./abc/DP/jha