Trotz hoher US-Inflation hat Amazon Zahlen präsentiert, die die Erwartungen übertroffen haben. Mit einer angehobenen Umsatzprognose von bis zu 17 Prozent Wachstum im Gepäck startet die Aktie ein Kursfeuerwerk.

Amazon präsentierte am Donnerstag nach US-Börsenschluss sein Zahlenwerk zum zweiten Quartal. Es wurde ein Umsatz von 121,2 Milliarden US-Dollar gemeldet. Analysten hatten im Schnitt mit 119,1 Milliarden gerechnet.

Auch der operative Gewinn lag mit 3,3 Milliarden US-Dollar über den Erwartungen. Der Gewinn je Aktie betrug 0,18 US-Dollar, erwartet wurden 0,13 US-Dollar. Im Cloud-Geschäft (AWS) lag der Umsatz im zweiten Quartal bei 19,7 Milliarden US-Dollar nach 14,8 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Höhere Preise für die Prime-Mitgliedschaft sollen den Umsatz im dritten Quartal weiter antreiben. Der weltgrößte Einzelhändler prognostiziert einen Umsatz zwischen 125 und 130 Milliarden US-Dollar.

Unterm Strich verbuchte Amazon allerdings einen Nettoverlust von zwei Milliarden US-Dollar, was hauptsächlich auf die Beteiligung am Elektroautobauer Rivian zurückzuführen sei. Satte 3,9 Milliarden US-Dollar habe das riskante Investment im zweiten Quartal gekostet. Die Rivian-Aktie hat seit dem Börsengang im November 2021 rund drei Viertel an Wert verloren.

Die gesamte Einzelhandelsbranche in den USA sieht sich mit den Herausforderungen der hohen Inflation konfrontiert. Konkurrent Walmart musste daher kürzlich eine Gewinnwarnung herausgegeben. Die Verbraucherpreise in den USA sind zuletzt um 9,1 Prozent gestiegen – das ist der höchste Stand seit Ende 1981.

Die Amazon-Aktie legte nachbörslich zunächst 13 Prozent zu.

Goldman Sachs hat das Kursziel für den Titel nach den Zahlen von 170 auf 175 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Trotz volatiler Nachfrage in den Endmärkten sei dem Online-Händler ein Gleichgewicht zwischen Wachstum und Marge gelungen, schreibt Analyst Eric Sheridan in einer Studie. Gemessen an den weit verbreiteten Befürchtungen der Anleger, Amazon könnte die Erwartungen verfehlen, habe das Unternehmen solide abgeschnitten.

Die durchschnittliche Empfehlung der Analysten lautet "Kaufen" und impliziert ein massives Aufwärtspotenzial von rund 40 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs.

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion

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