(neu: Details, Analystenstimmen, aktueller Kurs)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Nach einem soliden Handelsauftakt ist der Kurs der Auto1-Aktien am Mittwoch nach den Quartalszahlen ins Schwanken geraten. In der Spitze wurden sie im frühen Handel 1,5 Prozent höher gehandelt, in der Folge dann aber auch bis zu 3,4 Prozent tiefer. Während der Gesamtmarkt ziemlich unter Druck stand, bewegte sich der Kurs zuletzt mit einem knappen Plus von 0,1 Prozent im neutralen Bereich.

Ein Händler lobte besser als erwartete Zahlen und sah die zwischenzeitlichen Kursverluste im Kontext des am Mittwoch allgemein schwachen Marktumfeldes und des zuletzt schon schwachen Laufs der Aktie. Mit etwa 40 Euro orientiert sich diese weiter am bisherigen Tief in der noch kurzen Börsenhistorie, das mit 38,52 Euro aus der Vorwoche stammt. Seit dem Hoch von 56,76 Euro zum Börsengang hat der Kurs fast 30 Prozent an Wert verloren.

Die Aktien waren im Februar zu 38 Euro ausgegeben worden, sodass der Gang aufs Börsenparkett in der Frühphase mit Kursen jenseits der 50 Euro als großer Erfolg galt. Anleger der ersten Stunde können sich mittlerweile aber nur noch über einen kleinen Gewinn in ihrem Depot freuen. Wer beim Bookbuilding zum Zuge kam, hat beim aktuellen Kurs von etwa 40 Euro noch zwei Euro gut gemacht.

Börsianer und Analysten sprachen in ersten Kommentaren von einem eigentlich starken ersten Quartal, in dem mehr Fahrzeuge abgesetzt wurden als im Schlussjahresviertel 2020 - und dies zu einem insgesamt höheren Durchschnittpreis. Das Unternehmen schreibt aber weiter im operativen Geschäft rote Zahlen, weil viel in den Aufbau der Privatkundenmarke Autohero investiert wird.

Den bisherigen Jahresausblick bestätigte das Management, sodass auch hier unter Experten auf den ersten Blick keine grundsätzlich negative Meinung gebildet wurde. Im Detail wurde klar, dass für die Plattform Autohero eine Absatzzahl in der oberen Hälfte der Spanne in Aussicht gestellt wird und für die bereinigte operative Konzernmarge (Ebitda) eher das untere Ende. Marcus Diebel von JPMorgan urteilte, die Ziele seien konservativ.

Was die Perspektiven der Aktie betrifft, sind sich Experten aber nicht einig. Während Analyst Christoph Blieffert von der Commerzbank eine anspruchsvolle Bewertung als Grund für sein bestätigtes Votum mit "Hold" aufführte, sieht Sherri Malek von RBC in dem schwungvollen Autohero-Geschäft einen Treiber für eine höhere Bewertung der Aktie. Sie blieb auf "Outperform" mit einem vielversprechenden Kursziel von 70 Euro./tih/men/fba

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