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FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Papiere von Thyssenkrupp <DE0007500001> haben am Montag ihrer jüngsten Erholungsrally Tribut gezollt. Zu Wochenbeginn ging es für die Aktien am Dax <DE0008469008>-Ende nach ihrem starken Lauf in der vergangenen Woche um 2,5 Prozent auf 11,915 Euro bergab. Seit dem Tief seit 2003, das sie Mitte August wegen Anlegersorgen um die Zukunft des Industriekonzerns erreicht hatten, waren sie in der Spitze um gut ein Drittel gestiegen.

Auch wenn das Dax-Urgestein aus dem deutschen Leitindex in Kürze rausfliegt, hatten Anleger bei der Aktie zuletzt wieder zugegriffen - vor allem wegen Spekulationen um einen Verkauf der Aufzugsparte, aber auch wegen eines angeblichen Interesses an einer Übernahme des Stahlhändlers Klöckner & Co <DE000KC01000>. Händlern zufolge wirkt eine Aussage von Vorstandschef Guido Kerkhoff zum Aufzuggeschäft nun etwas negativ. Dieser habe gegenüber Finanzinvestoren signalisiert, nur einen Minderheitenanteil an der Sparte verkaufen zu wollen, hieß es.

Ein Ende der Rally muss mit der kleinen Delle vom Montag aber noch nicht besiegelt werden. Autor Hans Bernecker sieht in seinem aktuellen Börsenbrief den Weg für eine deutlich höhere Bewertung der Aktie als geebnet an. Auch nach der jüngsten Erholung wird Thyssenkrupp derzeit an der Börse "nur" mit 7,4 Milliarden Euro bewertet. Allein der Aufzugsparte wird aber in den laufenden Spekulationen ein Wert von 15 bis 17 Milliarden Euro beigemessen. Dem finnischen Konkurrenten Kone wird ein starkes Interesse nachgesagt.

Bernecker glaubt, dass ein wichtiger Treiber für den jahrelangen Kursrutsch bei Thyssenkrupp bald das Gegenteil bewirken wird. Noch vor einer Woche seien 11,2 Prozent aller Aktien in den Händen von Short-Sellern gewesen, so der Experte. Bei einem weiteren Anstieg könnten diese Leerverkäufer zur Eindeckung ihrer Positionen gezwungen werden, was dann die Nachfrage nach den Papieren schlagartig nach oben treiben kann. Kepler-Cheuvreux-Experte Rochus Brauneiser hatte erst am Freitag darauf hingewiesen, dass sich die Papiere nicht mehr für die Spekulation auf fallende Kurse eigneten.

Der lange spekulierte und mittlerweile beschlossene Abschied aus dem Dax, in dem der Thyssen-Teil des später mit Krupp fusionierten Konzerns zu den Gründungsmitgliedern zählt, wird in zwei Wochen vollzogen. In der Vorwoche hatte die Deutsche Börse im Rahmen ihrer Index-Überprüfung entschieden, dass der Abstieg aus der Eliteklasse des deutschen Aktienmarktes zum 23. September wirksam wird./tih/ajx/jha/

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