FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Eine höhere Risikovorsorge des Finanzdienstleisters Grenke <DE000A161N30> hat am Dienstag die Anleger verschreckt. Der Kurs der im MDax <DE0008467416> enthaltenen Aktie brach um mehr als 14 Prozent auf 81,40 Euro ein und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Februar. Die Papiere waren mit weitem Abstand die größten Verlierer im Index der mittelgroßen Börsentitel.

Das Unternehmen wird pessimistischer für das laufende Geschäftsjahr. Weil sich die Gesamtwirtschaft eintrübe und damit Zahlungsausfälle von Kunden zunehmen, erhöhte der Konzern die Risikovorsorge und rechnet folglich 2019 mit weniger Gewinn als ursprünglich geplant.

Im zweiten Quartal sei die Risikovorsorge von Grenke um fast 60 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, merkte Christoph Blieffert von der Commerzbank an. Mit rund 32 Millionen Euro liege sie zudem um fast 15 Prozent über der Markterwartung.

"Die konjunkturelle Abschwächung hat erst begonnen und auf Grenke dürfte noch mehr zukommen, sollte Europa in eine Rezession fallen", warnte der Analyst. Noch tauchten zwar nur vereinzelt Wolken am konjunkturellen Himmel auf, die Gewinndynamik lasse aber bereits nach.

Mit Großbritannien und Italien sei das Unternehmen auf Märkten aktiv, die großen Risiken ausgesetzt seien. "Weitere Aktien verkaufen", riet Blieffert, zumal diese ohnehin zu hoch bewertet seien.

Ein Händler merkte zudem an, dass dies die erste Gewinnwarnung des Unternehmens seit zehn Jahren sei. Das Ausmaß der gekürzten Prognose sei zwar nicht groß, die Gründe schienen aber struktureller Art zu sein. Er riet daher von Aktienkäufen auf niedrigerem Kursniveau ab.

Mit den Verlusten vom Dienstag entfernte sich zudem wieder deutlich von dem Rekordhoch in Höhe von 107,30 Euro aus dem Herbst 2018. Die Grenke-Papiere sind seit diesem Juni im MDax notiert - sie hatten damals die Anteile von Wacker Chemie <DE000WCH8881> ersetzt./bek/zb/jsl

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