(neu: Kurs, Analysten und mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein gesenktes Ergebnisziel für das laufende Jahr hat den Aktien von Covestro am Dienstag schwer zugesetzt. Anleger sorgen sich um die Wachstumsperspektiven. Ungeachtet besser als erwartet ausgefallener Zahlen im ersten Quartal ging der Kurs des Kunststoffherstellers auf Talfahrt. Er sackte auf den tiefsten Stand seit Mitte August 2020.

Gegen Mittag gaben die Anteilsscheine als Schlusslicht im moderat steigenden Dax 7,3 Prozent auf 38,38 Euro nach. Angesichts der jüngsten Kursentwicklung im Vergleich zum Gesamtmarkt und der Branche dürfte laut Baader-Bank-Analyst Markus Mayer zwar ein Teil der reduzierten Prognose bereits im Kurs enthalten gewesen sein, dennoch war auch er nicht überrascht über die deutlich negative Aktienreaktion nach den Aussagen am Vorabend.

Mehrere Analysten, neben Mayer die von JPMorgan und Jefferies, lobten zwar das starke Auftaktviertel, und dabei insbesondere das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 806 Millionen Euro. Das gekappte Gesamtjahresziel für diese Kennziffer sei aber eine "negative Überraschung", schrieb Mayer. Das zweite Quartal werde nun deutlich schwächer als bislang vom Konsens erwartet ausfallen, ergänzte JPMorgan-Experte Chetan Udeshi, denn die Mitte der Management-Prognose liege bald 30 Prozent unter der durchschnittlichen Analystenschätzung. Für 2022 rechnet Udeshi zugleich damit, dass die Schätzungen am Markt um 10 bis 15 Prozent sinken dürften.

"Das Ausmaß der Prognosesenkung durch Covestro verdeutlicht die erheblichen Unsicherheiten auf den globalen Märkten für chemische Grundstoffe, resümierte Chris Counihan von Jefferies. Das bestätige seine Ansicht, dass positive Überraschungen zum ersten Quartal in der Branche nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden sollten. Er sieht zudem im ersten Quartal den Aufbau von Lagerbeständen durch Kunden, die sich so gegen höhere Preise wappnen wollten. Im weiteren Verlauf dürfte dies dann die Nachfrage dämpfen.

Trotz aller Herausforderungen verfügt Covestro laut Counihan aber über einen "komfortablen Verschuldungsgrad", sodass das Unternehmen weiter an seinen höheren Ausschüttungen in Form von Aktienrückkäufen und Dividenden festhalten könne./ck/mis/jha/