FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Ein starkes erstes Quartal und höhere Gewinnziele - damit hat SAP die Anleger am Mittwoch euphorisiert. Sie griffen bei den Aktien des Softwarekonzerns zu und bescherten ihnen ein Rekordhoch. Auch Analysten zeigten sich von den jüngsten Nachrichten des Dax-Konzerns aus Walldorf durch die Bank angetan.

Die SAP-Titel sprangen bis auf 110,12 Euro hoch und markierten damit einen Rekord in der über dreißigjährigen Börsenhistorie des Unternehmens. Gegen Mittag stand ein Kursplus von fast acht Prozent auf 109,90 Euro zu Buche. Damit lieferte sich SAP ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Wirecard um den ersten Platz im deutschen Leitindex - beim Zahlungsabwickler sorgte der angekündigte Einstieg des japanischen Mischkonzerns Softbank für Freude.

Auch die Entwicklung der SAP-Aktie seit Jahresbeginn kann sich sehen lassen: Mit einem Kursanstieg von rund 26 Prozent hat sie sich um einiges besser entwickelt als der Dax, der sich im selben Zeitraum nur um gut 16 Prozent erholt hat. Damit können die SAP-Anteilseigner das schwache Börsenjahr 2018 getrost ad acta legen.

SAP schrieb zwar erstmals seit langem einen Quartalsverlust. Geschuldet war dies aber hohen Kosten für den laufenden Personalumbau - um diese bereinigt lief es zu Jahresbeginn sogar so gut, dass Vorstandschef Bill McDermott den Ausblick für den an der Börse viel beachteten um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn anhob. Zudem soll bis 2023 die bereinigte operative Marge kontinuierlich um rund einen Prozentpunkt jährlich steigern, also insgesamt um fünf Prozentpunkte. Im vergangenen Jahr hatte SAP hier einen Wert von 29 Prozent erreicht.

In ersten Reaktionen sahen Börsianer die Quartalsresultate über den Erwartungen. Erfreulicherweise habe sich diesmal die gute Entwicklung der Produktumsätze auch im operativen Ergebnis niedergeschlagen, hob Analyst Knut Woller von der Baader Bank hervor. Ein Händler verwies darauf, dass die meisten Anleger mit schwachen Zahlen gerechnet hätten und nun positiv überrascht worden seien.

Auch die neuen Unternehmensziele fanden viel Lob. Er begrüße den angehobenen Jahresausblick für die operative Marge, wenngleich dieser einige Sondereffekte beinhalten könnte, schrieb etwa Charles Brennan von der Schweizer Bank Credit Suisse. Am ermutigendsten erschienen aber die Ziele für 2023 - sie implizierten, dass die Unternehmensgewinne in fünf Jahren rund fünf Prozent über den derzeitigen Konsensprognosen lägen.

Auf solche Nachrichten hätten die Anleger gewartet, lautete das Fazit von Stacy Pollard, Analystin bei der US-Bank JPMorgan, zu den Zahlen und Zielen der Walldorfer. Sie verwies zudem darauf, dass die SAP-Aktie mit einem Abschlag zur globalen Branche gehandelt werde./gl/ajx/fba