(neu: Kursverlauf im 1. Absatz aktualisiert und "Handelsblatt"-Bericht im 2. Absatz)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem Bericht über eine mögliche staatliche Rettung von Uniper haben die Aktien des Energiekonzerns die Verluste am Dienstag etwas eingegrenzt. Nachdem das "Handelsblatt" am Nachmittag über einen möglichen Einstieg des Bundes berichtete, brach ihr Kurs zunächst um mehr als 18 Prozent auf 9,25 Euro ein und erreichte damit ein Rekordtief. Anschließend machten die Papiere einen Teil der Verluste wett und gingen noch mit einem Minus von 9,5 Prozent aus dem Xetra-Handel. Die Aktien des Uniper-Großaktionärs Fortum fielen in Helsinki um fast vier Prozent auf den tiefsten Stand seit dem Frühjahr 2020.

Bei dem strauchelnden Uniper-Konzern, Deutschlands größtem Importeur russischen Gases, ist dem "Handelsblatt" zufolge eine Aktienbeteiligung des Bundes von bis zu 25 Prozent im Gespräch. Der Bund könne die Papiere zu einem jeweiligen Nennwert von 1,70 Euro bei Uniper zeichnen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen. Dies entspräche gut 150 Millionen Euro. Zudem sei eine stille Beteiligung des Bundes im Gespräch. Diese könnte demzufolge ein Volumen zwischen drei bis fünf Milliarden Euro haben.

Die Aktien von Uniper waren am Montag um fast 28 Prozent eingebrochen, nachdem der Konzern wegen ausufernder Gas-Einkaufspreise um staatliche Hilfe gebeten hatte. Den Handelstag hatten die Papiere mit 11,32 Euro auf dem niedrigsten Niveau seit 2016 beendet.

Bereits vor dem "Handelsblatt"-Bericht hatten sich Experten optimistisch gezeigt, dass eine Rettung mit staatlichen Mitteln gelingt. Das Unternehmen werde von der Bundesregierung als zu groß angesehen, um ohne eine Kettenreaktion auf den europäischen Energiemärkten zu scheitern, schrieb Analyst Vincent Ayral von der Großbank JPMorgan.

Nach dem Ausverkauf der Aktie vom Montag liege die Marktkapitalisierung des Energieversorgers nun deutlich unter dem Wert allein des Gases in den eigenen Speichern, schrieb Analyst Sam Arie von der Schweizer Bank UBS. Dies spreche für eine übertriebene Korrektur des Aktienkurses. Die Käufer dürften allerdings nicht zurückkommen, bevor es Klarheit über eine mögliche Weitergabe höherer Gaskosten oder einen möglichen staatlichen Rettungsplan gebe, fügte der Experte hinzu./jcf/bek/stw

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