(neu: Aktienkurs, Analysten und mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Eine erhöhte Prognose und ein positiver Analystenkommentar haben die Anleger von HelloFresh am Dienstag nur vorübergehend wieder in die Aktien getrieben. Im frühen Handel glichen diese den Vortagesverlust von fast fünf Prozent noch mehr als aus, dann aber ließ der Schwung merklich nach. Zuletzt lagen sie mit 49 Euro fast ein Prozent im Minus. Sie schlugen sich damit aber immer noch besser als das wieder von Pandemie-Sorgen geplagte Börsenumfeld.

Der Kochboxenlieferant profitiert weiter von der Corona-Krise. Da die Nachfrage vor allem in den USA unverändert boomt, erhöhte das Unternehmen am späten Montagabend erneut die Umsatzprognose für das laufende Jahr. Die zugleich vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal übertrafen Händlern zufolge deutlich die Erwartungen. Allerdings wies ein Börsianer darauf hin, dass im Geflüster am Markt wohl von einigen Anlegern schon mehr erwartet worden sei.

Passend zur Kursreaktion hielt es der Börsianer für möglich, dass die Gewinnmitnahmen noch nicht zu Ende sind - und der Rückenwind so wieder nachlassen wird. Er verwies auch auf die generell wieder schwache Marktlage und auf die Tatsache, dass am Vorabend die Rally der US-Technologiewerte mit Gewinnmitnahmen zu Ende gegangen war.

Getragen wurden die anfänglich positiven Reaktionen bei Hellofresh am Dienstag auch von einem optimistischen Analystenkommentar: Die Bank Credit Suisse nahm die Papiere mit "Outperform" in die Bewertung auf. Am Vortag hatte noch eine Abstufung durch JPMorgan auf dem Kurs gelastet. Victoria Petrova und Ella Hughes von Credit Suisse (CS) sehen die Perspektiven im Vergleich zu den US-Kollegen etwas anders. Während der JPMorgan-Experte Marcus Diebel am Vortag auf längere Sicht vor einem kippenden Verhältnis von Chancen und Risiken gewarnt hatte, traut die CS dem Kochboxenanbieter ein starkes Wachstum sowie deutlich anziehende Gewinne zu. Trotz der jüngsten Rally halten sie die Papiere für immer noch zu niedrig bewertet. Ihr Kursziel von 61 Euro liegt um fast ein Viertel über dem aktuellen Kursniveau.

Am Freitag hatte die Rekordjagd von HelloFresh-Aktien vorerst bei 53,35 Euro gegipfelt, dann aber setzten zu Wochenbeginn Gewinnmitnahmen ein. Mit der Rekordmarke hatten sich die Aktien, die in Zeiten der Pandemie als großer Gewinner gelten, in diesem Jahr schon fast verdreifacht. 2019 kosteten sie über weite Strecken weniger als zehn Euro./tih/bek/jha/

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