FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der jüngsten Kurserholung der Delivery-Hero-Aktie seit Ende Januar haben die am Mittwoch vorgelegten Quartalszahlen des Essenslieferdienstes die Anleger nicht neu begeistern können. Anfängliche Kursgewinne verflüchtigten sich rasch. Am Nachmittag schließlich fiel die Aktie um 2,1 Prozent auf ein Tagestief von 130,50 Euro. Allerdings war sie zuletzt - ebenfalls im Januar - noch auf ein Rekordhoch von 145,40 Euro geklettert und hat seit dem Tief im Corona-Börsencrash im März 2020 inzwischen eine Kursrally um bisher 160 Prozent hinter sich.

Analysten äußerten sich zufrieden über das Zahlenwerk. Größere Überraschungen habe es aber nicht gegeben, schrieb Andrew Ross von Barclays. Auch ein Ausblick auf 2021 sowie Details zu den Bruttomargen im vergangenen Jahr fehlten noch, was aber ebenfalls keine Überraschung sei.

Analyst Adrien de Saint Hilaire von der Bank of America sprach mit Blick auf die Bestellungen, das Bruttowarenvolumen und die Umsätze im vierten Quartal von "starken Zahlen", die leicht über den Erwartungen gelegen hätten. Zugleich verwies er jedoch auch auf den bereits einen guten Lauf der Aktie. "Trotzdem aber glauben wir, dass Delivery Hero in der florierenden Branche der Online-Essensbestellungen und -auslieferungen weiterhin von einer starken Geschäftsaktivität profitieren wird."

Die nächsten Kurstreiber dürften seines Erachtens der Abschluss des Woowa-Zukaufs in Südkorea sein sowie der Ausblick auf 2021. Da der Konzern erst nach der Transaktion Jahresziele bekannt geben will, rechnet Saint Hilaire mit ersten Aussagen dazu Ende März oder Anfang April.

Abgesehen von den laut Sherry Malek etwas besser als erwartet ausgefallenen Zahlen verwies die RBC-Analystin noch auf das fundamentale Umfeld. "Wir sehen Delivery Hero als strukturellen Gewinner in einer attraktiven Branche an, die von einer beschleunigten Nachfrage nach Essensbestellungen per Internet profitiert sowie von seinen umfangreichen Investitionen, um seine Marktführerschaft in den Kernmärkten zu zementieren", schrieb Malek. Der Zukauf des südkoreanischen Marktführers Woowa wird dabei ihrer Ansicht nach das langfristige Gewinnpotenzial der Konzerngruppe verwandeln./ck/la/he