FRANKFURT (dpa-AFX) - Die tags zuvor nach der Zahlenvorlage eher mauen Hella-Aktien haben am Dienstag viel Boden gutgemacht. Im erneut festen MDax nahmen sie mit einem Kurssprung um 8,30 Prozent auf 36,25 Euro am Nachmittag den ersten Platz ein. Sie bewegen sich nun wieder auf dem Niveau von Anfang März und haben seit ihrem Corona-Krisentief von Mitte März bereits 80 Prozent hinzugewonnen.

Wegen hoher Abschreibungen im Zuge der Corona-Krise hatte der für seine Lichtlösungen bekannte Autozulieferer am Vortag für das in wenigen Tagen auslaufende Geschäftsjahr einen Nettoverlust angekündigt und die Aussetzung der Dividende vorgeschlagen. Während der Gesamtmarkt am Montag seine nun fortgesetzte Erholungsrally eingeleitet hatte, war die Hella-Aktie vor diesen Hintergründen letztlich leicht im Minus aus dem Handel gegangen.

Analysten sahen in alldem aber nun keinen Beinbruch. Nach Auffassung von Jose Asumendi von JPMorgan ist die gestrichene Dividende für Anleger aus diversen Gründen sogar eine gute Nachricht, schließlich bewahre Hella damit die Liquidität und belaste weniger stark den freien Barmittelzufluss. Der Experte prognostiziert, dass das Geschäft nach der Viruskrise schnell wieder zu Wachstum zurückfindet. Ein Optimismus, den auch Michael Punzet von der DZ Bank teilt.

"Mit Blick auf weiter steigende Ausstattungsquoten bei Fahrerassistenzsystemen, einer stärkeren Fokussierung der Hersteller auf das Thema E-Mobilität sowie das gut gefüllte Auftragsbuch sehen wir Hella weiterhin als unseren Top-Pick unter den von uns beobachteten Zulieferern", schrieb Punzet in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Angesichts der Corona-Lockerungen senkte der DZ-Experte den in die Bewertung eingearbeiteten Risikoabschlag. Mit einem erhöhten fairen Wert von 43 Euro sieht er für die Aktie noch ordentlich Luft nach oben.

Punzet und Asumendi bleiben unter diesen Umständen bei ihren optimistischen Empfehlungen mit "Kaufen" beziehungsweise "Overweight". Auch Marc-Rene Tonn von Warburg Research rät aufgrund der mittel- und langfristigen Perspektiven weiterhin zum Kauf mit einem weiterhin vielversprechenden Kursziel von 42 Euro. Operativ habe der Autozulieferer im vierten Geschäftsquartal besser abgeschnitten als gedacht, schrieb er in einer am Dienstag vorliegenden Einschätzung./ajx/jha/tih/stw/he