FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien der Lufthansa sind am Montag wegen Zweifeln am Gelingen der Rettung der im Zuge der Coronoa-Krise unter die Räder gekommenen Airline wieder stark unter Druck geraten. Damit ist die zuletzt gelaufene Stabilisierung der Papiere erst einmal wieder hinfällig.

Sorgen um das Rettungspaket drückten die Anteile der Kranich-Linie vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um bis zu 11 Prozent auf 9,06 Euro. Die Lufthansa selbst fürchtet angesichts einer niedrigen Aktionärspräsenz auf der nahenden Hauptversammlung an diesem Donnerstag (25. Juni) einen ungewissen Ausgang bis hin zu einer Insolvenzlösung. Denn die Zustimmung zu den neun Milliarden Euro schweren Staatshilfen steht nach den Registrierungen der Anteilseigner mehr denn je auf der Kippe.

"Seit heute Nacht wissen wir, dass unsere Aktionäre weniger als 38 Prozent des Kapitals für diese Hauptversammlung angemeldet haben", hieß es in einem Brief von Lufthansa-Chef Carsten Spohr an die Mitarbeiter vom Sonntag, der der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Damit sei nun eine Zweidrittelmehrheit nötig, "die nach jüngsten Äußerungen von wichtigen Aktionären insbesondere zu den Konditionen der Kapitalerhöhung nicht sicher erscheint."

Damit gemeint ist vor allem Lufthansa-Großaktionär Heinz Hermann Thiele, der zuletzt gut 15 Prozent der Anteile hielt und die Staatshilfen skeptisch betrachtet. Er sieht die vorgesehene Beteiligung des Bundes mit bis zu 20 Prozent der Lufthansa-Anteile kritisch und will Nachverhandlungen. Seine Zustimmung zum Rettungspaket ließ er offen. Ein Marktteilnehmer rechnet mit einem zähen Ringen, an dessen Ende sich der Investor durchsetzen könnte - aus Angst des Bundes vor massenweisen Jobverlusten./ag/stk/jha/