FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Wirecard sind am Donnerstag angesichts eines kritischen Presseartikels unter Druck geraten. Bis zum frühen Nachmittag büßten die Papiere des Zahlungsdienstdienstleisters unter den schwächsten Werten im Dax 5,41 Prozent auf 128,60 Euro ein. Die "Wirtschaftswoche" hatte sich in einem Artikel kritisch zu den Marktanteilen in Deutschland geäußert.

Laut Analyst Robin Brass von der Privatbank Hauck & Aufhäuser stellt der Artikel lediglich eine Wiederholung alter Behauptungen dar. Der Bericht enthalte mehrere schwerwiegende Fehler. So beziehe der Text sich auf die längst veralteten Daten zu den Transaktionsvolumina aus dem Jahr 2016. Es gebe keinen Anlass, an der zuversichtlichen Einschätzung von Wirecard zu rütteln.

Händlern zufolge wärmte der Artikel in der "Wirtschaftswoche" gleichwohl eine schon länger bestehende Diskussion über die tatsächliche Marktposition des neuen Dax-Mitglieds auf, zu der im November schon eine Studie der Bank of America Merrill Lynch beigetragen hatte. Analyst Adithya Metuku von der US-Investmentbank hatte sich darin Sorgen gemacht um die Wettbewerbsposition und die Nachhaltigkeit der im Kurs eingepreisten Wachstumsdynamik des Zahlungsdienstleisters. Der Experte hatte seinerzeit das deutsche Marktumfeld für Wirecard genauer untersucht und eine Präferenz für die Papiere des französischen Konkurrenten Ingenico geäußert.

Trotz des Kursrutsches am Donnerstag können sich die Anleger von Wirecard seit Jahresbeginn immer noch über ein Plus von gut 38 Prozent freuen, obwohl die Aktien bereits deutlich von ihrem Anfang September erreichten Rekordhoch bei 199 Euro zurückgekommen sind. Der Dax hingegen hat in diesem Zeitraum fast 18 Prozent verloren./la/tih/mis