FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Papiere der Compugroup <DE0005437305> sind nach der Senkung der Jahresziele auf das tiefste Niveau seit Anfang Februar zurückgefallen. Dabei sackten die Anteilsscheine des auf Arztpraxen und Apotheken spezialisierten Softwareherstellers im frühen Handel am Montag um rund 6 Prozent auf 46,46 Euro ab. Im Laufe des Vormittags dämmten sie die Verluste dann aber auf 3,4 Prozent ein.

Compugroup begründete die Prognosesenkung mit den Kosten für eine geplatzte Übernahme. In den vergangenen Monaten habe man außerhalb Europas Verhandlungen über den Kauf eines größeren Unternehmens geführt, die Gespräche seien allerdings beendet worden. Es fielen jedoch Transaktionskosten im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich an, die überwiegend das zweite Halbjahr belasten.

Analystin Victoria Kruchevska von der Commerzbank erinnerte daran, dass der Softwarespezialist die Anleger damit im laufenden Jahr nicht zum ersten Mal enttäuschte. Denn im Bereich AIS mit Software zur Organisation medizinischer Daten sei die Compugroup bereits nach dem zweiten Quartal von ihrer Umsatzprognose abgerückt, so die Expertin. Nach der aktuellen Warnung seien die operativen Gewinnprognosen am Markt nun 7 Prozent zu hoch.

Der enttäuschende Bericht zum zweiten Quartal Anfang August war von den Anlegern bereits hart abgestraft worden. Die Aktien, die für 2019 zwischenzeitlich ein Plus von 85 Prozent angesammelt hatten, wurden seither um bis zu 32 Prozent nach unten geschickt. Aktuell bleibt den Aktien, die in der kommenden Woche in den MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Werte aufsteigen, noch ein Jahresplus von gut 18 Prozent.

Analyst Knut Woller von der Baader Bank rät allerdings, die aktuelle Prognosesenkung nicht überzubewerten. Denn immerhin resultiere sie aus einer einmaligen Belastung. Seine Schätzungen für die Folgejahre lässt Woller unangetastet./ag/la/men