NEW YORK (dpa-AFX) - Die Rally bei Tesla <US88160R1014> ist am Mittwoch in die nächste Runde gegangen. Mit einem erneut deutlichen Kurssprung um 9,3 Prozent auf rund 938 US-Dollar nahmen sie wieder Kurs auf ihren Anfang Februar aufgestellten Rekord von 968 Dollar. Nach diesem war nur eine kurze Welle an Gewinnmitnahmen über die Aktie geschwappt, schon zwei Tage später hatten sie dann aber bei 687 Dollar ihre Talsohle erreicht. Seither geht es wieder eindeutig bergauf. Am Vortag waren sie schon um 7,6 Prozent angezogen.

Eine Serie, in der Analysten ihre Kursziele für den Elektroautobauer nach der Aktienrally in neue Sphären heben, ging am Mittwoch in die nächste Episode. Das Analysehaus Piper Sandler wagte nun mit einem 928-Dollar-Ziel einen Vorstoß in Kurshöhen, die das bei Experten umstrittene Kursniveau rechtfertigen würde. Der starke Anstieg in den vergangenen Monaten war am Markt nicht nur fundamental, sondern auch mit einem Short-Squeeze begründet worden, bei dem auf fallende Kurse spekulierende Anleger im großen Stil zum Aktienkauf gezwungen werden.

Piper Sandler gilt nun als das erste Analysehaus, das das aktuelle Kursniveau gemessen an seinem Kursziel für fundamental gerechtfertigt hält. Aus der Studie geht hervor, dass die Experten damit auch potenzielle Erfolge von Tesla honorieren, die über das Bauen von Autos hinaus gehen - etwa im Bereich der Erzeugung und Speicherung von Energie. In diesen Bereichen sehen sie weitere wichtige Kurstreiber für die Rally.

Unter den renommierten Analysehäusern hatte bislang Bernstein Research die Nase weit vorne mit einem Ziel, das am Vortag auf 730 Dollar angehoben wurde, was aber 22 Prozent unter dem aktuellen Kursniveau liegt. Auf diesem gibt derzeit kaum noch ein Experte ein optimistisches Votum ab. Auch hier gilt Piper Sandler nun mit der Einschätzung "Overweight" als Exot.

Die Papiere sind und bleiben bei Anlegern und Marktbeobachtern umstritten. Bernstein-Experte Toni sieht in Tesla die ultimative Aktie, um auf Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten zu spekulieren. "Der Glaube ist schwer auszulöschen", schrieb er am Vortag in seiner Studie, in der er das Votum aber auf einem neutralen "Market-Perform" beließ. Er gab aber zu, dass es Argumente dafür gebe, dass Tesla nicht beispiellos teuer bewertet sei./tih/jsl/he