FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Wacker Chemie <DE000WCH8881> haben am Donnerstag trotz gestiegener Vorsicht mit Blick auf die Jahresziele um 3,23 Prozent auf 69,68 Euro zugelegt. Zwar rechnet der SDax-Konzern beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im laufenden Jahr nun nur noch mit dem unteren Ende der bestätigten Spanne, Analysten hatten im Durchschnitt zuletzt aber ohnehin nicht mehr auf dem Zettel.

Sie rechneten zuletzt für 2019 mit einem operativen Gewinn von rund 761 Millionen Euro. Das wäre ein Rückgang um 18 Prozent. Wacker hält einen Rutsch um bis zu 20 Prozent für möglich. Laut dem Analysten Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan könnte sich selbst das als Herausforderung erweisen.

Allerdings konnte der Ausblick Investoren nach den Kursverlusten der vergangenen Monate nicht mehr schrecken. So war der Aktienkurs erst Anfang Juli auf ein Mehrjahrestief von 61,56 Euro gefallen. Bereits vor der Zahlenvorlage hatte Analyst Peter Spenger von der DZ Bank darauf hingewiesen, dass sich die Bewertung der Aktien nahe ihres Buchwertes bewege und daher selbst im Fall einer Gewinnwarnung das Rückschlagpotenzial gering gewesen wäre.

Baader-Bank-Analystin Laura Lopez Pineda fand mit Blick auf die ihr zufolge durchwachsenen Zahlen zudem auch Positives. Sie hob das Geschäft mit Solarsilzium hervor, das schon länger unter hartem Wettbewerb und Preisdruck im Sog geringerer staatlicher Solarförderung in China leidet. Ohne einen positiven Sondereffekt, wäre die Sparte zwar operativ in der Verlustzone gelandet, doch gebe es Fortschritte bei den Produktionskosten./mis/zb/jha/