Die Paypal-Aktie durchbricht die kurzfristig wichtige 50-Tage-Linie. Hinter dem Aufschwung steckt US-Investor Elliott, der Insidern zufolge eine größere Beteiligung an Paypal aufbaut.

Die Papiere des Online-Bezahlgiganten Paypal haben seit Dienstag an der Nasdaq rund elf Prozent zugelegt. Grund für den Kurssprung ist der Einstieg des US-Hedgefonds Elliott unter der Leitung des Star-Investors Paul Singer. Zwar wollten weder Paypal noch Elliott das kleine Börsenerdbeben kommentieren. Doch wie aus Berichten der Nachrichtenagentur Bloomberg hervorgeht, plant Elliott, einer der fünf größten Anteilseigner Paypals zu werden. Den mit Abstand größten Stake an dem Zahlungsdienstleister hält aktuell die Vanguard Gruppe mit 7,75 Prozent.

Doch warum das Ganze? Schließlich befand sich die Aktie mit dem Kürzel PYPL bis Juli in einem anhaltenden Abwärtstrend. Seit den Höchstständen im vergangenen Jahr hat sie drei Viertel ihres Werts verloren. Viele Anleger würden eher die Finger davonlassen als ins
fallende Messer zu greifen. Singer beziehungsweise sein Investmentvehikel Elliott ist jedoch als "Heuschrecke" verschrien. Heuschrecken grasen die Börsen nach für sie günstigen Einstiegsmöglichkeiten ab, stocken die Position massiv auf und nehmen schließlich aktiv Einfluss auf das Unternehmen.

Im Falle von Paypal will Singer laut Bloomberg bei dessen Kostensenkungsmaßnahmen ordentlich aufs Tempo drücken. Paypal hat im Zuge der initialen Corona-Lockdowns einen unglaublichen Run hingelegt. Der Aktienkurs hat sich in der Spitze mehr als verdreifacht. Doch mit dem Ende der Lockdowns begannen Konsumenten wieder vermehrt damit, in der analogen Welt zu shoppen – der Online-Umsatz brach ein. Dazu wirken die anhaltend hohen Inflationsraten als ordentlicher Nachfragedämpfer. Paypal musste daraufhin zahlreiche Mitarbeiter entlassen und Büros schließen. Erste Restrukturierungsmaßnahmen sollen etwa 260 Millionen US-Dollar pro Jahr einsparen. Das geht Singer offenbar nicht schnell genug.

Die Aktie kostet aktuell knapp 86 US-Dollar. Mit einem KGV von 23 auf Basis des laufenden Geschäftsjahrs gibt es das Papier so günstig wie schon lange nicht mehr. Die Privatbank Berenberg hat nach Bekanntwerden der Nachricht ihre Kaufempfehlung für den Zahlungsabwickler bekräftigt, das Kursziel allerdings von 190 auf 145 US-Dollar gesenkt.

Autor: tl für die wallstreet:online Zentralredaktion

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